Beim Vorbeifahren entdeckt

Ein Baugerüst auf Reisen: Im Frühjahr gestohlen, plötzlich am anderen Ort

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Fundort: An diesem Haus an der Brüder-Grimm-Straße entdeckte ein Firmenmitarbeiter das Gerüst.  

Es ist wie in einem Kriminalfilm: Im Frühjahr wurde der Schauenburger Gerüstbaufirma G. Keßler ein ganzes Baugerüst gestohlen. Wert: 60.000 Euro. Viel später tauchte es wieder auf - nur anderswo.

Jetzt ist das Gerüst an einem Haus an der Brüder-Grimm-Straße im Kasseler Stadtteil Niederzwehren wieder aufgetaucht. An einem Neubau. Die Polizei ermittelt.

Durch Zufall habe sein Sohn das Gerüst an der Brüder-Grimm-Straße im Vorbeifahren entdeckt, berichtet Firmenchef Günter Keßler im Gespräch mit der HNA. Beim genaueren Hinsehen habe sich der Verdacht bestätigt, dass es sich um das an der Mörikestraße entwendete Material handele. Der Aufbau der Bodenbeläge sei bei den eigenen Gerüsten besonders, sagt Keßler. „Da waren wir uns sicher, dass es unser Gerüst ist.“

Das bestätigt auch Polizeisprecher Matthias Mänz. „Wir können bestätigen, dass Teile des Gerüstes aufgetaucht sind“, sagt er knapp. „Die Ermittlungen dauern an.“

Günter Keßler ist mit der Arbeit der Polizei allerdings nicht zufrieden. Seit dem Verschwinden des Gerüstes im Frühjahr an einem Haus an der Mörikestraße in Kassel unweit des Klinikums sei nichts passiert, sagt der Schauenburger. „Die machen nichts.“ Jetzt ist er selbst aktiv geworden und hat zumindest sein Material mit seinen Leuten selbst von dem Haus an der Brüder-Grimm-Straße abgebaut. Auch von dem Auftraggeber an der Mörikestraße, von dessen Haus das Gerüst verschwunden war, habe er noch keinen Cent gesehen, betont Keßler.

Juniorchefin Tatjana Keßler hat herausgefunden, dass das Gerüst an dem Neubau Brüder-Grimm-Straße seit Mai stehe. Das würde zeitlich ebenfalls mit dem Verschwinden des Materials im Stadtteil Fasanenhof zusammenpassen.

Zwei Drittel des über Wochen verschwundenen Gerüstes seien an der Grimm-Straße aufgetaucht, sagt Günter Keßler. „Etwa ein Drittel fehlt noch.“ Wo der Rest zu finden ist, darüber habe er bisher keine Erkenntnisse, sagt der Unternehmer weiter.

Natürlich freue man sich, dass die Teile wieder da seien, sagt Tatjana Keßler. „Trotzdem ist das doch alles komisch.“

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