Nach Unfall mit Silo-Auflieger drohte Brühe in den nahen Bach zu laufen

Nach Gülle-Unfall: Feuerwehr bewahrt Bauna vor Schäden

Baunatal. Ungewöhnlicher Einsatz für Baunatals Feuerwehrleute: Am Montag gegen 14 Uhr kämpften sie dagegen, dass nicht 30 000 Liter Gülle aus einem umgekippten und Leck geschlagenen Silo-Auflieger flossen. Es bestand sogar die Gefahr, dass die Flüssigkeit in die nahe Bauna gelangte.

Anhänger mit 30.000 Liter Gülle bei Kirchbauna umgekippt: Straße gesperrt

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Der Auflieger eines Lastzuges, der von einem 21-jährigen Baunataler gesteuert wurde, war in der engen Kurve der Zufahrt von der Hunsrückstraße bei Kirchbauna auf die Landesstraße Richtung A 49 umgekippt. Vermutlich sei der Mann in der Kurve zu schnell gefahren – das sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch gestern zur Unfallursache.

„Wir haben verhindert, dass die Gülle in die Bauna läuft“, berichtet Stadtbrandinspektor Dirk Wicke. Zunächst sei die Flüssigkeit ja relativ unbedenklich für die Natur, weil sie ja sowieso aufs Feld gefahren werde, erläutert Wicke. „In solch großen Mengen wäre es aber für die Bauna ein Problem gewesen.“

Das bestätigt auch die Untere Wasserbehörde beim Landkreis, deren Mitarbeiter ebenfalls an der Unfallstelle waren. Laut Kreissprecher Harald Kühlborn gab es aufgrund des schnellen Handelns der Feuerwehr keine Gefahr für die Umwelt.

Zunächst dichteten die Einsatzkräfte das Leck des Silo-Aufliegers so gut es ging ab. Dann wurde der Tank leer gepumpt. Schließlich wurde der auf der Seite liegende Anhänger von dem betroffenen Landwirt mit einem Schlepper aus dem Straßenabschnitt weggezogen. Denn an der Unfallstelle selbst konnte das Fahrzeugteil nicht mit Hilfe eines Kranes aufgerichtet werden, weil direkt darüber eine Hochspannungsleitung verläuft. Ein Stück entfernt von der Leitung wurde der Auflieger dann aufgestellt und auf einen Tieflader gehoben.

Die Feuerwehr war im Bereich der Unfallstelle mehrere Stunden im Einsatz. Anwohner aus Kirchbauna, die unweit des Unfallortes wohnen, berichten, dass es zwar durch die Gülle unangenehm gerochen habe, eine übermäßige Belastung habe es aber nicht gegeben.

Zeitgleich zu dem Unfall bei Kirchbauna musste die Feuwerhr noch zu zwei weiteren Einsätzen ausrücken. Nach Angaben des Stadtbrandinspektors brannte an der Birkenallee eine Hecke. Das Feuer sei von Anwohnern zuvor mit einem Pulverlöscher gelöscht worden. Und vor der Bächerei Döhne auf der Ulmenstraße wurde eine Ölspur abgestreut. „An einem Auto war die Ölwanne aufgerissen.“

Das sagt die Untere Wasserbehörde

2000 bis 3000 Liter Gülle sind nach Angaben der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis aus dem umgekippten Silo-Auflieger ausgelaufen. Wäre nur schon die Hälfte in die nahegelegene Bauna gelangt, hätte das zu einer kleinen ökologischen Katastrophe führen können, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn für die Behörde.

„Der gesamte Fischbestand wäre kaputt gegangen“, erläutert der Sprecher. Der Stickstoffgehalt in dem Gewässer wäre dramatisch angestiegen. Auch unter normalen Umständen gebe es zwar Stickstoff im Wasser aufgrund von Belastungen aus der Landwirtschaft und durch Regen. Aber die Belastung nach dem Unfall wäre ungleich höher gewesen, erläutert er.

Auf die Fulda, in die ja die Bauna bei Guntershausen mündet, hätte die Menge wahrscheinlich keine Auswirkungen gehabt. (sok)

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