Umbau für Hochwasserschutz beginnt im September in Kirchbauna

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Nadelöhr im Dorfkern: Die Bauna fließt in Kirchbauna in einem engen Bett und dicht an der Wohnbebauung (links) sowie dem Pavillon des Dorfplatzes (rechts) vorbei. Die kleine Brücke im Hintergrund soll 30 Meter bachaufwärts versetzt werden.

Baunatal/Schauenburg. Vollgelaufene Keller in Elgershausen, überschwemmte Werkstätten der Baunataler Diakonie in Altenbauna: Spektakuläre Hochwasserszenarien sollen sich bei extremen Baunafluten, die theoretisch nur alle 100 Jahre auftreten, nicht wiederholen.

Dafür werden Ausbaumaßnahmen entlang des Baches in Kirchbauna sorgen, die laut Hartmut Wicke vom Hochwasserverband Baunatal / Schauenburg im September beginnen und dieses Jahr abgeschlossen werden sollen.

Den Start der Maßnahme hat ein Bewilligungsbescheid des Landes Hessen über mehr als 486 000 Euro ermöglicht, den Mark Weinmeister, Staatssekretär im Umweltministerium (CDU), am Freitag persönlich im Baunataler Rathaus vorbeibrachte. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 760 000 Euro.

Der dicht bebaute Dorfkern von Kirchbauna mit seinen kleinen Baunabrücken und Häusern, die fast ans Bachufer reichen, bildet einen neuralgischen Punkt im Hochwasserschutzkonzept für das Bauna-Tal. Dort sollen kleine Flutmulden errichtet, Mauern verstärkt und Brücken angehoben werden, damit mehr Wasser hindurchfließen kann. Eine Brücke oberhalb des Festplatzes solle sogar um etwa 30 Meter bachaufwärts versetzt werden, sagte Wicke. Man warte nur noch das Ende der Kirchbaunaer Kirmes ab. Allein die Erdarbeiten am Bachlauf der Bauna, deren Bett an vielen Stellen verbreitert wird, werden 230 000 Euro verschlingen. Die Korrekturen an den Brücken dürften 100 000 Euro kosten. Der Bau von Schutzmauern ist mit 90 000 Euro veranschlagt.

Gehölze entlang des Bachlaufs sind bereits zurückgeschnitten worden. Dafür wurden 40 000 Euro ausgegeben.

Am Ende des Projekts soll die Bauna größere Wassermassen in Richtung Fulda abtransportieren können, rund 40 Kubikmeter statt 25 Kubikmeter pro Sekunde wie bisher. „Wir schaffen an den richtigen Stellen den richtigen Platz für das Wasser“, sagte Bürgermeister Manfred Schaub.

Nächstes Jahr wird auch der Hochwasserschutz in Guntershausen verbessert. Dort soll die Bauna in die Lage versetzt werden, 60 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abzuführen. Die Details würden noch ausgearbeitet, sagte Wicke. Auch diese Maßnahme soll Wiesbaden bezuschussen. Die Kür folgt 2014: Dann wird der Verband ein Millionen teures Rückhaltebecken zwischen dem Friedhof und der Hunsrückstraße in Kirchbauna bauen, das 100 000 Kubikmeter Wasser aufnehmen kann. (pdi)

Von Peter Dilling

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