Aggregate-Aufbereitung

Baunataler VW-Werk: Ein zweites Leben für das Auto

Kassel/Baunatal. Zylinderköpfe, Getriebezahnräder, Gelenkwellen und Kupplungsscheiben. Alles glänzt wie neu. „Ein komplettes zweites Fahrzeugleben“ - das verspricht Wolfgang Momberg Autos, die mit diesen Teilen aus der Aggregate-Aufbereitung von VW ausgestattet werden.

Die Abteilung mit Austauschteilen, deren Chef Momberg heute ist, wurde vor genau 65 Jahren in Wolfsburg ins Leben gerufen. Vor 54 Jahren wurde die Aggregate-Aufbereitung vom Stammsitz nach Nordhessen ausgelagert: Startschuss für das VW-Werk in Baunatal.

Arbeiten am Sechs-Zylinder-Motor: Thomas Kasten (von links), Thomas Stumpf und Jürg Raabe bringen Austauschmotoren auf Vordermann.

2007 zog der Bereich um von Baunatal an die Lilienthalstraße in Kassel. Nach dem Aus für AEG standen dort große Montagehallen leer, die verschiedenen Abteilungen der Aggrgate-Aufbereitung wurden hier unter einem Dach zusammengefasst. Heute präsentiert sich der Standort modern im VW-Design. 451 Beschäftigte gibt es, 160 sind bei der VW-Tochter Autovision beschäftigt, 23 davon mit befristeten Verträgen.

So war’s früher: Das Bild zeigt die Anfänge der Aggregate-Aufbereitung im Baunataler VW-Werk. In der Halle, der damals so genannten Schlachtebank, wurden die Käfer-Motoren auseinander genommen. Foto: VW/nh

Hunderttausende Käfermotoren wurden in den ersten Jahren in Baunatal auf Vordermann gebracht. Rohstoffknappheit nach dem Krieg zwang dazu, verschlissene Teile aufzufrischen. Bis heute biete diese Variante für den Kunden eine günstige Reparturmöglichkeit, sagt Momberg. Bis zu 50 Prozent gegenüber einem neuen Teil könne der VW-Fahrer sparen, betont der Autobauer. „Bei gleicher Qualität“.

Besitzer von Autos, die seit vielen Jahren nicht mehr gebaut werden, können sich auf die Mitarbeiter aus Kassel verlassen. Gesetzlich vorgeschrieben sei eine Teileversorgung von bis zu zehn Jahren nach Ende der Produktion, erläutert der Chef. „Wir versuchen sogar bis zu 15 Jahren danach Teile zu liefern.“

Von Sven Kühling

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