Jubiläumsfest des DARC lockte viele Funkamateure aus der ganzen Republik nach Baunatal

Jubiläumsfest der Amateurfunker: Wellenreiter auch im weltweiten Netz

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Im Tower des DARC: Patrick Schön, Ralf Winter und Helga Omnitz (von links) verfolgen, wie Bärbel Linge Kontakt im Äther aufnimmt.

Baunatal. Ein Funkamateur ist überall erreichbar. Auch wenn in der Wildnis das Internet nicht funktioniert. Karl Zagelmaier aus München (Funkname DL5MBU) ist gern mit seinem Wohnmobil unterwegs. Doch auf Post muss er nirgends verzichten.

Der Bayer nutzt den digitalen Notfunk: Funksignale werden dabei über Relais in das weltweite Datennetz eingespeist. Über einen speziellen elektronischen Briefkasten kann er Nachrichten anschauen oder ablegen.

Die „Vermählung“ zwischen Amateurfunk und Internet war eine der Attraktionen, die beim Tag der offenen Tür des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Baunataler Amateurfunkzentrums am Samstag zu sehen waren. Zagelmair machte wie viele Funkamateure aus der ganzen Republik dafür in der Bauna-Stadt Station.

Das Jubiläumsfest schlug dabei den Bogen von den Anfängen des Funkzentrums bis heute. DARC-Vorstand Martin Köhler interviewte die Veteranen von damals. Der hochbetagte Architekt Rudolf Stöhr erzählte, wie er damals den Wettbewerb um den Bau des Funkzentrums mit seiner Konstruktion eines Turms gewonnen hatte, der einem Flugzeug-Tower zum Verwechseln ähnlich sieht und bis heute das „Gesicht“ des Funkzentrums ist.

Bilderstrecke: Fotos vom Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür beim Funkamateur-Club

Harald Dölle berichtete, welche Querelen es unter den damals 25.000 DARC-Mitgliedern wegen des geplanten Baus in Baunatal gegeben hatte. Nicht alle seien von Anfang an dafür gewesen. Die Funker der ersten Stunde in Baunatal bewiesen Einfallsreichtum: Für die Installation der vielen Antennen auf dem Turm habe man damals einen Fahrleitungsmast „zum Schrottpreis“ erworben, berichtete Dölle.

Heute ist das Amateurfunkzentrum modern ausgerüstet. Davon überzeugte sich beispielsweise Rolf Winter aus Mücke (Funkrufzeichen DK3RW) im Turm des Funkzentrums. Winter war bei seinem Rundgang entlang der Stände mit Funkerzubehör ständig mit der Gemeinde der Funkamateure in Kontakt: An der Schulter hat er ein mobiles Funkgerät befestigt. Nur der Empfang sei wegen der momentanen Sonnenflecken nicht so optimal, sagt er.

40.000 Mitglieder hat der DARC derzeit. Die Tendenz sei leider abnehmend, sagt Axel Voigt, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Dabei biete der Verein gerade Jugendlichen gute Möglichkeiten, sich mit moderner Technik vertraut zu machen.

Marian Mothes (11) aus Espenau und sein gleichaltriger Freund Alexander Gräf aus Vellmar nutzten diese Chance: Sie löteten beim DARC-Fest Morsepiepser zusammen. (pdi)

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