Post: Geld schicken in Briefen ist untersagt – Unternehmen empfiehlt Express-Brief für Wertsachen

Baunatal: Einschreiben mit Geld kam nie an

Verärgert: Linda Parsche zeigt den Beleg für das Einschreiben, das nie bei der Familie eintraf. Foto: Dilling

Baunatal. Linda Parsche aus Großenritte steckt ihren Enkeln und Urenkeln gern etwas zu. Doch da diese im südlichen Hessen wohnen und die Rentnerin wegen eines Leidens nicht mehr reisen kann, steckt sie ab und zu ein paar Geldscheine in die Briefe an ihre Lieben.

Im Februar ging das gründlich schief. Sie habe wegen einer Trauerfeier 200 Euro in den an Verwandte in Montabaur adressierten Brief gesteckt und in Großenritte als Einschreiben mit Rückschein aufgeben, erzählt die 81-Jährige.

Linda Parsche dachte, als Einschreiben sei der Brief besser vor Verlust geschützt. Doch da hat sie sich getäuscht. Nach zwei Tagen rief sie die Verwandten an. Der Brief sei bei ihnen nicht angekommen, erzählt die Rentnerin. Sie habe dann in Großenritte und auch im Postamt Baunatal nachgefragt. Dort habe man ihren Brief nicht auffinden können.

„Das war Absicht“

Auch Nachfragen bei der Briefermittlungsstelle der Post in Marburg und dem Briefverteilzentrum in Lohfelden seien ergebnislos geblieben, klagt die Baunatalerin. Sie vermutet: „Das hat jemand mit Absicht gemacht, das ist ein ganz klarer Fall.“ Die Rentnerin meint damit, dass jemand bemerkt hat, dass ihr Brief Geld enthält und die Gelegenheit genutzt hat.

Der Verlust von 200 Euro wiegt schwer für die Rentnerin, die von einer schmalen Rente lebt. Dabei habe sie ja wissen müssen, dass man kein Geld in Briefe tut, sagt sie selbstkritisch. Vor einem Jahr sei schon mal ein Brief mit einem geringen Geldbetrag abhandengekommen, erzählt sie. Deshalb wählte sie nun den - viel teureren - eingeschriebenen Brief.

Nicht viel Hoffnung

Sie erwarte jetzt, dass die Post alles unternimmt, um herauszufinden, wer das Geld genommen hat, sagt Parsche. Schließlich hat ein Einschreibbrief im Gegensatz zu einem einfachen Brief eine zugeordnete Identifikationsnummer, mit der normalerweise sein Transportweg nachvollzogen werden kann. Viel Hoffnung habe sie allerdings nicht, meint Parsche, weil inzwischen schon viele Wochen vergangen sind. Künftig will die Rentnerin das Geld an ihre Lieben überweisen.

Das sagt die Post:

Nach den Vertragsbedingungen der Post ist es den Kunden untersagt, Geld in Briefen zu versenden. Das gilt auch für Einschreibbriefe. Für deren Verlust haftet die Post übrigens maximal bis zum Betrag von 25 Euro.

Dennoch wird immer wieder gern Bargeld verschickt, vor allem zu Ostern oder zu Weihnachten. Der Fall von Linda Parsche sei „nicht ungewöhnlich“, sagt Thomas Kutsch, Pressesprecher der Deutschen Post in Frankfurt. Der Verlust von Briefen liege aber höchstens im Promillebereich. Genaue Zahlen könne er nicht nennen. Es sei dabei auch nicht in jedem Fall auszuschließen, dass Postmitarbeiter oder Subunternehmer der Post die Hände im Spiel hätten. Damit befasse sich die Sicherheitsabteilung des Postkonzerns.

Der Verlust eines Einschreibbriefs sei leichter als der eines normalen Briefs aufzuklären, weil er eine Identifikationsnummer trage, sagt Kutsch. Der Postkunde müsse einen förmlichen Nachforschungsantrag stellen. Dann bekomme er innerhalb von vier bis sechs Wochen schriftlich das Ergebnis.

Wer übrigens Wertsachen verschicken wolle, für den biete der Post-Logistikkonzern Dhl den Express-Brief an. Für den hafte Dhl bis zum Wert von 500 Euro, er koste allerdings auch 9,90 Euro Porto.

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