Familie ist auf Platz angewiesen

Kommentar zum Kampf für Platz in Wunschschule: "Kein Mitgefühl?"

Carolin Hartung über Bürokratie in der Schule

Baunatal. Damit sein Sohn an der Grundschule am Stadtpark eingeschult werden konnte, mietete Vater Sedat Yildiz eine Wohnung an einer anderen Straße. Das Amt hatte die Einschulung an der Wunschschule, die für die Familie aus gesundheitlichen Gründen wichtig ist, vorab verweigert. Dazu ein Kommentar von HNA-Volontärin Carolin Hartung:

Als würde es nicht schon reichen, dass die Kinder den Alltag plötzlich ohne die Mama meistern müssen. Nein, da soll der Jüngste noch nicht einmal den Schulweg mit der Schwester gehen dürfen. Und alles nur, weil die Familie in der „falschen“ Straße wohnt.

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Anstatt hier das Schicksal der Familie zu berücksichtigen, hält sich das Staatliche Schulamt stur an Gesetze und Vorschriften. Die Menschlichkeit bleibt auf der Strecke, und das in der Schule - gerade an dem Ort, wo der Mensch im Mittelpunkt stehen sollte.

Die Familie kämpft nicht aus irgendwelchen banalen Gründen für die Wunschschule. Sie befindet sich durch die Leukämieerkrankung der Mutter in einer Notlage. Ihr würde es helfen, wenn sie wüsste, dass ihre Tochter auf den kleinen Bruder aufpasst. Doch gute Begründungen reichen hier nicht aus. Denn eine wichtige Voraussetzung muss auch bei der besten Begründung erfüllt sein: freie Plätze. Gibt es die nicht, hilft alles nichts - außer ein Umzug.

Nun zahlt der Vater für eine Wohnung, die er nicht nutzt. 200 Euro jeden Monat dafür, dass sein Sohn den Schulweg nicht allein gehen muss. Und wofür das alles?

Um bei der Einschulung zu sehen, dass noch Plätze frei gewesen wären, obwohl das Schulamt versichert hatte, dass die Kapazität der Schule ausgeschöpft sei. Hier fehlt es nicht nur an Mitgefühl, sondern es mangelt auch an Kommunikation zwischen Schule und Schulamt.

Mail an die Autorin: cha@hna.de

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