Baulandinformationssystem des Zweckverbandes

Baunatal liefert per Mausklick Infos über Baugrundstücke

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So sieht es aus: Beim Klick auf eine rot umrandete freie Fläche öffnet sich ein Kästchen mit Informationen. Die Einzelheiten über Eigentümer gibt dann das Amt für Bodenmanagement. Das Beispielbild auf unserem Foto stammt aus den Anfängen des Systems aus dem Jahr 2008.

Baunatal/Kassel. Seit dreieinhalb Jahren gibt es das Baulandinformationssystem des Zweckverbandes Raum Kassel (ZRK). Per Mausklick können Nutzer im Internet Infos über Baugrundstücke einholen. Doch die Stadt Baunatal ist mit ihren sieben Stadtteilen nach wie vor allein auf weiter Flur.

Sie hat das Modell gemeinsam mit dem ZRK 2008 zum Laufen gebracht. Service von anderen Kommunen? Fehlanzeige.

Lohfeldens Bauamtsleiter Rolf Schweitzer erklärt, warum es für eine Kommune schwierig ist, sich dem Info-System im Netz anzuschließen. „Im Wesentlichen geht’s um Datenschutzvorschriften“, sagt er. Mit hohem Aufwand könnten die Städte und Gemeinden die freien Bauflächen zwar erfassen, aber eben aus Datenschutzgründen dürfe man Interessenten, die im Rathaus anrufen, nichts sagen. „Das ist ein hoher Aufwand mit geringem Nutzen“, sagt Schweitzer.

Zu teuer

Nach Informationen der HNA geht es in manchen Rathäusern ganz einfach ums Geld. Die Teilnahme am Baulandinformationssystem des ZRK ist aufgrund des Erfassungsaufwandes durch die eigenen Mitarbeiter nicht ganz billig. Die meist klammen Kommunen setzen deshalb ihre Prioritäten an anderer Stelle.

Der Zweckverband will trotz der geringen Bereitschaft anderer an dem Modell festhalten. „Datenschutzgründe sind jedenfalls kein Problem“, betont ZRK-Geschäftsführer Andreas Güttler. Und: Das System stehe keinesfalls vor dem Aus. Im Gegenteil: „Es ist eine ganze Menge im Werden und im Wachsen.“ Unter anderem gebe es ein Flächenmanagement, das vom Land Hessen aufgebaut werde, sagt Güttler. Möglicherweise werde es zu einer Verzahnung kommen.

Weiter Interesse

Auch die Stadt Baunatal will die Sache nicht sterben lassen. „Wir haben ein hohes Interesse daran, das Angebot aufrechtzuerhalten“, sagt Erste Stadträtin Silke Engler. Für eine große Kommune wie Baunatal sei das System gut geeignet.

Dennoch räumt Engler ein, dass der Datenschutz natürlich eine gewisse Hürde darstelle. Schließlich dürften die Rathäuser die Namen der Grundstückseigentümer nicht einfach an Bauinteressenten rausgeben.

Zusätzlich zu dem Einsatz von Mitarbeitern für das Erfassen der freien Flächen muss eine Kommune die Teilnahme am ZRK-System bezahlen. „Wir stellen das jeder einzelnen Kommune in Rechnung“, sagt Güttler. Wie hoch die Kosten sind, das will der Geschäftsführer allerdings nicht verraten. Schließlich sei das nicht der entscheidende Faktor.

Übrigens: Auch die Stadt Kassel ist auf der Plattform des Zweckverbandes nicht vertreten. Die Stadt hat zumindest für die Stadtteile Harleshausen und Jungfernkopf ein eigenes System im Internet installiert.

Von Sven Kühling

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