Stadt kritisiert Stillstand

Knotenpunkt nahe VW: Umbau an der A49 verzögert sich weiter

Magnet VW: Immer mehr Lastwagen rollen zum VW-Werk und zu dem neuen Logistikzentrum des Autobauers oberhalb von Rengershausen. Der Anschluss Baunatal-Mitte (kleines Foto) soll deshalb umgebaut werden. Doch die Planung stockt. Archivfoto: Kühling

Baunatal. Die Planung für den Umbau der Autobahnanschlussstelle Baunatal-Mitte verzögert sich mindestens um ein weiteres Jahr. Das hat das Land jetzt bekannt gegeben. VW selbst wird sich aber nicht am Ausbau des A 49-Anschlusses beteiligen.

Das Land Hessen, das die Modernisierung des stark befahrenen Knotens nahe des VW-Werkes an der Autobahn 49 für den Bund plant, geht davon aus, dass ein Planfeststellungsverfahren nicht vor Ende 2013 eingeleitet wird.

Kürzlich war Wiesbaden noch von Ende 2012 ausgegangen. Zu einem möglichen Start der Bauarbeiten äußern sich die Behörden überhaupt nicht. Als Grund für die weitere Verzögerung nennt das Bundesverkehrsministerium inzwischen Unklarheiten über die Finanzierung. Berlin will den Umbau offensichtlich nicht allein bezahlen.

Grund: Ein Teil des Anschlusses versorge überwiegend das VW-Werk, und diene nicht dem Fernverkehr. Diese Auskunft des Bundes an Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) hatte kürzlich der Landtagsabgeordnete Timon Gremmels (SPD) auf Nachfrage bei Rentsch erhalten.

Das Bundesministerium selbst äußert sich auf Anfrage zurückhaltend. „Sich daraus ergebende noch zu klärende Punkte werden derzeit zwischen dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der hessischen Straßenbauverwaltung abgestimmt“, heißt es von Ministeriumssprecher Ingo Strater. Von welcher Summe der Bund für den Umbau von Baunatal-Mitte ausgeht und welchen Betrag man von welchen Beteiligten haben will, nennt das Ministerium nicht.

Eins steht fest: VW selbst wird sich auf keinen Fall an dem Ausbau des A 49-Anschlusses beteiligen. „Wir lehnen das ab“, sagt Sprecher Rudi Stassek. Bürgermeister Manfred Schaub schließt einen Zuschuss der Stadt zumindest nicht aus. Man müsse sich mit allen Beteiligten über diesen Punkt nochmal unterhalten, sagt er.

Völlig unabhängig davon sei allerdings der Planungsfortschritt, sagt Schaub. Alle Verkehrsexperten seien sich einig, dass ein Ausbau der Anschlussstelle ohne ein viertes Ohr nicht sinnvoll sei. Deshalb solle der Bund unabhängig von der Finanzierungsfrage weiter planen. „Die müssen in die Hufe kommen“, sagt Schaub.

Der veraltete Verkehrsknoten wird indes immer stärker belastet. Volkswagen hat im Sommer erst in unmittelbarer Nähe sein Original-Teile-Center (OTC) erweitert und eine völlig neue Logistikstation für Lkw gebaut. Kosten zusammen: 80 Millionen Euro. Fast der gesamte Warentransport des zweitgrößten deutschen VW-Standortes mit 16.000 Mitarbeitern (inklusive 2000 Leiharbeitern) läuft über Baunatal-Mitte. Der Autobauer selbst rechnet über kurz oder lang mit Rückstaus von Lkw bis auf die Autobahn.

Von Sven Kühling

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Video aus dem Archiv: VW eröffnet Logitikzentrum Cross Dock

 

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