Baunatal: 23-Meter-Turm am Ratio steht

Am Ratio-Land steht seit Dienstag ein neuer Turm, nachdem der alte abgerissen worden war.

Baunatal. Der alte Turm am Ratio bei Hertingshausen war so etwas wie ein Markenzeichen in der Region - bis er gesprengt wurde. Am Dienstagmorgen wurde nun am Ratio-Land ein neuer Werbeturm aufgestellt.

Um genau 9.45 Uhr setzt Kranführer Manfred Hassenpflug gestern den 23 Meter hohen Turm millimetergenau auf der Betonplatte auf. 25 Tonnen hängen im tiefblauen Himmel am Haken. Seit 8 Uhr laufen die Arbeiten auf der Baustelle neben dem Ratio-Parkplatz. Perfektes Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Damit hat das Einkaufszentrum bei Hertingshausen wieder einen Werbeturm. Der alte, 35 Meter hohe Ratio-Turm war ein Markenzeichen der gesamten Region.

Der Schornstein mit der dreieckigen Werbeplattform und der Aufschrift Ratio war im September 2010 wegen des Umbaus des Marktes nach 33 Jahren gesprengt worden. Sowohl von der direkt an Hertingshausen vorbeiführenden Autobahn 49 war das Bauwerk sichtbar als auch von der doch ein gutes Stück entfernt verlaufenden A 7. Vier dreieckige Werbebühnen bekommt der neue Turm. Laut Bauleiter Joachim Jörger wird zunächst nur die oberste beklebt. „Dort kommt Ratio-Land drauf“, sagt er. Wer genau auf den anderen Flächen werbe, sei noch nicht entschieden. „Das steht erst zur Eröffnung im Frühjahr fest.“

Gebaut wurde der Turm von der Firma Europoles in Neumarkt in der Oberpfalz. „Wir bauen etwa 4000 Stück dieser Art pro Jahr“, erläutert Marcus Weleba von Europoles. Es gebe solche Türme bis zu einer Höhe von 140 Metern. Das Exemplar fürs Ratio jedenfalls bringt für Kranführer Manfred Hassenpflug von der Firma Auto Kurz keine Probleme mit sich. „Ich muss nur drauf achten, dass er sich nicht dreht“, sagt er. Dann hebt er das tonnenschwere Betonteil an und führt es wie an der Schnur gezogen durch die Luft zur vorgefertigten Betonplattform.

Dort wird es später von Mitarbeitern von Europoles verschraubt. Der alte Turm am Ratio hatte Kultstatus. Knapp 600 Neugierige kamen dann auch an einem nebligen Septembermorgen 2010, als der Riese am Ratio fiel. Vier Tage hatten die Vorbereitungen für die Sprengung gedauert. In zwölf Bohrlöcher wurde Plastiksprengstoff gefüllt. Nach dumpfem Knall kippte der Turm schließlich auf die Seite. Auch am Abend können sich die Menschen in der Umgebung künftig wieder am Ratio orientieren. Laut Marcus Weleba werden die Spanntuchkästen mit der Werbung von LED-Leuchten durchleuchtet. (sok)

Aus dem Archiv: Ratio-Turm war in Sekunden Schutt und Asche

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