Becker steht VW weiterhin beratend zur Seite

VW in Baunatal: Neuer Werkleiter Falko Rudolph beginnt am 1. Mai

+
Riesiges Werk: Falko Rudolph übernimmt den zweitgrößten europäischen VW-Standort mit 16 100 Mitarbeitern. Derzeit sind die Auftragsbücher bestens gefüllt.

Baunatal. Eine neue Ära beginnt am 1. Mai im VW-Werk Kassel in Baunatal: Falko Rudolph (49) löst Prof. Hans-Helmut Becker (65) als Werkleiter ab.

Rudolph, zuletzt Chef in Salzgitter, übernimmt den zweitgrößten europäischen Standort des Unternehmens mit 16.100 Mitarbeitern und jeder Menge Rekordergebnissen. Fast vier Millionen Getriebe wurden beispielsweise im vergangenen Jahr in dem nordhessischen Werk gebaut - so viele wie nie zuvor.

Übernimmt das Werk in Baunatal: Falko Rudolph (49).

Falko Rudolph ist, dem Vernehmen nach, seit einigen Tagen im Baunataler Werk unterwegs, um sich ein Bild von seiner neuen Wirkungsstätte zu verschaffen. Er gilt bei vielen bereits als „der richtige Mann am richtigen Ort“. Der Ingenieur, der seit 1991 bei Volkswagen ist, entwickelte nämlich ab dem Jahr 2000 in Wolfsburg das Direktschaltgetriebe (DSG), das inzwischen in vielen Varianten eines der wichtigsten Standbeine der Baunataler Produktpalette ist.

Neben seiner Aufgabe als Werkleiter in Salzgitter seit 2010 sei Rudolph zudem verantwortlich für das Geschäftsfeld Motor gewesen, berichtet VW-Pressesprecher Markus Schlesag. Auch das passt auf die künftige Aufgabe in Nordhessen, schließlich müssen die seit Kurzem in Baunatal gefertigten Elektroantriebe für die Modelle Golf und Up sowie die Komponenten für den neuen Hybridantrieb weiterentwickelt werden. Wie Vorstandschef Martin Winterkorn jüngst bei der Bilanzpressekonferenz in Berlin ankündigte, geht er davon aus, dass bis 2020 eine Million Autos mit E-Motoren auf den Straßen fahren - „wenn sich die Reichweiten verlängern“. Auf diesem Feld ist der neue Werkleiter in Kassel als Ingenieur und Entwickler gefragt.

Prof. Hans-Helmut Becker verlässt das Werk Kassel nach neun Jahren als Chef. Der 65-jährige Borkener werde dem Unternehmen weiterhin beratend zur Verfügung stehen „und vor allem seine langjährige Erfahrung in der Gießereitechnik einbringen“, berichtet VW-Sprecher Schlesag. Dem Vernehmen nach ist Becker, der sich zudem mit einer Beratungsfirma selbstständig gemacht hat, bereits in seiner neuen Funktion an anderen Gießereistandorten von VW unterwegs.

Erfolgsgeschichte 

Becker verlässt das Werk mit einer Erfolgsgeschichte im Gepäck. Als er den Standort 2005 übernahm, stand dieser kurz vor der Zerschlagung. Weite Produktionszweige sollten auch aufgrund von hohen Defiziten an Zulieferer abgegeben werden. Heute präsentiert sich der Standort als Einheit mit jeder Menge Rekordzahlen.

Erstmalig wurden kürzlich mehr als 88.100 Getriebe in einer Woche produziert. Zum Vergleich: 2013 waren es im Schnitt noch rund 75.000. Und der Weg ist noch nicht zu Ende: Bis ins Jahr 2018 sollen knapp zwei Milliarden Euro in den Standort investiert werden.

Von Sven Kühling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.