Unterstützer hatten ihn an sicheren Ort gebracht

24-Jähriger aus Baunatal beinahe nach Afghanistan abgeschoben worden

Kassel/Baunatal. Unter den Afghanen, die vergangene Woche aus Deutschland in ihr Heimatland abgeschoben wurden, sollte eigentlich auch ein 24-Jähriger aus Baunatal sein.

Das bestätigte das Regierungspräsidium Kassel auf Anfrage der HNA. Der Mann war aber nicht in seiner Wohnung, als er abgeholt werden sollte. Unterstützer hatten ihn an einen sicheren Ort gebracht.

Der afghanische Mann lebe seit sieben Jahren im Raum Kassel und sei gut integriert, berichtet Dechant Harald Fischer von der katholischen Kirche in Kassel. Er kritisiert die Abschiebungen in das krisengeschüttelte Land. Wie berichtet, waren vergangenen Mittwoch 34 Afghanen per Charterflug von Frankfurt nach Kabul abgeschoben worden. Das sei ein „unerträglicher Umgang mit Menschen“, der dem Anspruch eines christlichen Abendlandes nicht gerecht werde, sagte Dechant Fischer.

„Es ist nicht zu verstehen, dass unser Land, dem es wirtschaftlich so gut geht und das ein Rekord-Weihnachtsgeschäfts erlebt, es nötig hat, 34 Menschen in ein Land abzuschieben, das seit Jahrzehnten von Gewalt, Ungerechtigkeit und Armut gebeutelt wird“. Fischer appelliert an die Bundesregierung, diese Praxis zu stoppen, bis sich die Sicherheitslage in Afghanistan überzeugend geändert habe. Viele gut integrierte Afghanen in der Region lebten in dauernder Angst, abgeschoben zu werden, sagt der katholische Pfarrer.

Rubriklistenbild: © dpa

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