Mitgliedsbetriebe feiern Jubiläum

50 Jahre Wirtschaftsgemeinschaft Baunatal: Ein Netzwerk für Aufschwung

Baunatal. Der wirtschaftliche Aufschwung Baunatals wird oft mit dem Volkswagen-Werk gleichgesetzt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Denn zehn Jahre nach der Eröffnung des Werks gab es mit der Gründung der Wirtschaftsgemeinschaft Baunatal eine weitere Initialzündung für den Aufstieg von Handwerk, Handel und Gewerbe in der Region.

„Ohne den Einfluss und ohne das Wirken der in der Wirtschaftsgemeinschaft gebündelten Einzelinteressen hätte die Geschichte einen anderen Verlauf genommen“, sagt Peter Hammerschmidt, Präsident der WG.

Er sieht das ehrenamtliche Engagement der Geschäftsleute, die ein dichtes ehrenamtliches Netzwerk gegenseitigen Austauschs und gegenseitiger Unterstützung geknüpft haben und ein ernst zu nehmender Partner der Stadt und anderer Institutionen geworden sind, im Rückblick als Erfolgsgeschichte, die er mit Zahlen belegen kann. Unter dem Dach der WG haben sich inzwischen mehr als 320 Betriebe und Selbstständige aus Baunatal und angrenzenden Kommunen mit mehr als 30 000 Beschäftigten zusammengeschlossen. Aushängeschild der WG ist die alle drei Jahre veranstaltete Bau- und Wirtschaftsmesse.

WG-Geschichte auf alten Bildern: Viele Mitgliedsbetriebe haben für den Festakt im VW-Werk Fotos für eine Ausstellung beigesteuert. Dieses Motiv zeigt einen Bühnenauftritt beim „Sparer-Rendezvous“ von 1978 der damaligen Kreissparkasse (heute Kasseler Sparkasse).

Der Grundstein wurde am 18. April 1968 von rund 50 Unternehmern, überwiegend aus der Handwerksbranche, im Hotel Werner, dem heutigen Hotel Scirocco, gelegt. Dessen Inhaber, Marcel Werner, ist Vorsitzender des Verkehrsvereins, der wiederum Mitglied in der WG ist und den Tourismussektor in Kooperation mit dem Stadtmarketing zu einem wirtschaftlichen Standbein aufgebaut hat.

Keimzelle der Wirtschaftsgemeinschaft war damals der Gewerbeverein Großenritte. Heinz Hellmuth, Seniorchef des über 120 Jahre alten Handwerksbetriebs Holzbau Hellmuth, ist Gründungsmitglied der WG und war jahrelang Vizepräsident. „Wir hatten das Ziel, die Wirtschaftskraft in Baunatal zu halten. Dafür haben wir uns vehement eingesetzt“, sagen Heinz Hellmuth und sein Sohn Peter, der inzwischen den Betrieb leitet. Diese Strategie habe Erfolg gehabt. Baunatal sei damals durch die „Monostruktur“ des VW-Werks geprägt gewesen. Man habe das Ziel verfolgt, diese wirtschaftliche Abhängigkeit zu minimieren und einen bessere Branchen-Mix in Baunatal zu etablieren, sagt Claus-Rüdiger Bauer, langjähriger Präsident der WG.

Die Herausforderungen der Zukunft sieht das Präsidium vor allem in der Digitalisierung der Wirtschaft. Die WG, bei der seit 42 Jahren auch VW mit im Boot ist, gebe dabei Orientierung und Unterstützung, sagt Stefan Dittmar, einer der Vizepräsidenten. Als weitere Schwerpunkte nennt Hammerschmidt die Themen Ausbildung und Fachkräftegewinnung. „Wissen ist unsere wertvollste Ressource“, sagt er. Der persönliche Austausch zwischen den Mitgliedern findet bei regelmäßigen Stammtischen und anderen Treffen statt. Auch gesellschaftliches Engagement wird groß geschrieben.

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