Brückenbau auf der Autobahn 49 

20 Tonnen schwere Stahlträger für A49-Brücke bei Rengershausen montiert

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Spektakulärer Moment: Der 20 Tonnen-Stahlträger schwebt am Haken über der Autobahn. Während er in der Luft ist, montieren und verschweißen die Arbeiter wenige Meter neben dem vorbeidonnernden Verkehr bereits die ersten beiden Träger. 

Baunatal. Die letzte Brücke an der A 49 bei Rengershausen hat nun neue Stahlträger bekommen. Zwei Tage lang wurden am Samstag und Sonntag über der Landesstraße in Richtung VW-Werk die neuen Brückenteile montiert.

Es ist ein strahlend schöner Samstagmittag, wie gemacht für einen Ausflug ins Grüne. Doch Gerd Braubach von der Firma Regel sitzt in dem engen Glaskasten seines Riesen-Krans und schaut konzentriert von der Landesstraße 3311, die vom VW-Werk kommend unter der Autobahn hindurch führt, nach oben zur Autobahn A49 an der Anschlussstelle Baunatal-Nord.

Dort schwebt ein 20 Tonnen schwerer Stahlträger über den mächtigen Widerlagern der neuen Autobahnbrücke, über die noch vor Ende des Jahres der momentan auf die Gegenfahrbahn umgeleitete Verkehr Richtung Kassel wieder rollen soll. Braubach bewegt mit ruhiger Hand seinen Joystick. Sacht lässt er den kaum schwankenden Träger herab. Am Ende ist es Millimeterarbeit, bis die Stahlträger auf den Aufnahmehalterungen des Widerlagers aufsetzen.

„Wir sind ein eingespieltes, routiniertes Team“, sagt Braubach. Immerhin ist es schon die vierte – und nun – letzte Brücke, die die Arbeiter der osthessischen Firma Elo an der A 49 bei Rengershausen zusammenbauen. Die zwei Brücken – für jede Fahrtrichtung eine – über den Fasanenweg sowie eine weitere in Fahrtrichtung Fritzlar über die L 3311 sind schon längst fertig. 

Ihm machte seine Arbeit Spaß: Gerd Braubach jonglierte mit seinem Kran, der 220 Tonnen tragen kann, die Stahlträger auf ihre Position auf den Widerlagern.

Am Wochenende erfolgte der letzte Akt. Und dieser ist auch ein Kampf gegen die Zeit. Denn zum Wochenbeginn muss der Verkehr über die Landesstraße wieder rollen. Zulieferer, die ihre Teile mit Lkws in das VW-Werk schaffen, benutzen sie. Am Samstagmorgen musste ein solcher Lkw-Fahrer wegen der schon gesperrten Straße umkehren. Das habe einige Überzeugungsarbeit gekostet, erzählt Theodor Petermann von der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil.

Dabei sorgt die Stahlverbundtechnik dafür, dass diese wichtige Verkehrsverbindung nur zwei Tage gesperrt werden musste: Auf die mit Tiefladern heran transportierten Stahlträger sind bereits Betonschalen montiert, auf die dann nur noch die Auflage für den Asphalt betoniert und Borde und Leitplanken betoniert werden müssen.

Vier Stahlträger lässt Braubach auf die Widerlager ab, während das geschieht, sind Arbeiter der Firma Elo schon am Schrauben und Schweißen. Drei Zentimeter breite Schlitze zwischen den Trägern werden mit Faserzementplatten geschlossen. Schon beginnen Arbeiter mit der Verschalung der Unterseite der Brücke.

Metallteile im Boden

An den Widerlagern fallen die herausragenden „Nasen“ auf. Diese seien vorsorglich so geplant worden, erklärt Petermann. Dort könne bei Bedarf ein zusätzliches Brückenteil für eine dritte Fahrspur angebaut werden. 

Er ist zuversichtlich, dass der Zeitplan für die Freigabe aller Fahrspuren der A49 eingehalten werden kann. Verzögerungen habe es in der Vergangenheit gegeben, weil bei Bodenuntersuchungen viele Metallteile im Untergrund gefunden wurden. Da musste man genau nachschauen, ob das keine Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg waren. 

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