Eltern wollen Container-Lösung

Ärger um Schüler-Unterbringung in Baunatal geht weiter

+
800 Meter von der Brüder-Grimm-Schule entfernt: Das evangelische Gemeindehaus soll künftig die Hortkinder aufnehmen. Die Eltern und die Grünen wehren sich dagegen.

Baunatal. Längst ist die Entscheidung zur Unterbringung von Hort-Schülern der Brüder-Grimm-Schüle in Rengershausen in dem seit zwei Jahren leer stehenden evangelischen Gemeindehaus gefallen.

Doch ebbt der Widerstand der Eltern und der Baunataler Grünen nicht ab. Fraktionsvorsitzender Edmund Borschel wirft Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) sogar „Manipulation von Kosten“ vor - und das nur, „um in der vergangenen Sitzung des Stadtparlaments am 20. Juli eine Entscheidung zugunsten der Gemeindehaus-Lösung zu erwirken“. „Diese Lösung wollen wir aber nicht“, sagt auch Barbara Rödiger, die für 20 Eltern spricht und selbst drei Kinder in der Hortbetreuung hat.

Von den Eltern und den Grünen gewollt ist dagegen eine Container-Lösung auf dem Hof der Brüder-Grimm-Schule für die Unterbringung der Hortkinder. „Doch ist dieser Vorschlag vom Bürgermeister im Parlament so teuer gerechnet worden, dass die Abgeordneten nur noch für die Sanierung des Gemeindehauses stimmen konnten“, sagt Borschel. So weise die Kalkulation der Stadt in Teilen unnötige Vorbereitungskosten aus. Hinzu komme die viel zu hohe Container-Miete von 209 000 Euro für fünf Jahre. „Ein vergleichbares Beispiel aus Vellmar zeigt, dass ein einklassiger Container bei Anmietung in fünf Jahren nur 40 000 Euro kostet“, sagt Borschel.

„Es geht nicht um einen, sondern um vier Container für Rengershausen, um alle Hortkinder unterzubringen“, entgegnet Bürgermeister Schaub. Darum falle die Mietkostenkalkulation so hoch aus. Umgerechnet auf einen Container ergebe sich eine Monatsmiete von 870 Euro. „Das ist absolut im Rahmen.“

Was für Schaub realistisch ist, ist für die Grünen Schönrederei. In Vellmar komme man mit nur einem Container pro Klasse aus.

„Zudem sind auch die von der Stadt veranschlagten Kosten für die Sanierung der ersten Etage des Gemeindehauses viel zu niedrig angesetzt“, ergänzt Barbara Rödiger. Aktuell rechnet die Stadt mit 30 000 Euro Renovierungskosten, 22 000 Euro kommen für eine fünfjährige Mietzeit hinzu (etwa 366 Euro pro Monat). „Wenn man sieht, was da alles zu machen ist, kommt man mit 30 000 Euro nicht aus.“

Pfarrerin Andrea Brede-Obrock hält sich dagegen bedeckt. Man stehe in Verhandlung mit der Stadt, ein Mietvertrag sei noch nicht unterschrieben. Über die Höhe der Renovierungskosten will sich die Pfarrerin nicht äußern.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.