Verkehrsbehinderungen vor Schulen vermeiden

Aktion in Baunatal für den Schulweg: Gelbe Füße weisen den Weg

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Ein Schild markiert den Treffpunkt: Von der Hol- und Bringzone an der Heiligenbornstraße aus laufen die Kinder zu Fuß zur Schule. Unser Foto zeigt (vorn, von links) Manuel, Elina, Nele und Leo mit (hinten, von links) Lehrerin Dagmar Langer, Verkehrsplanerin und Mutter Carola Bachmann sowie Gesamtelternbeirätin Nicole Mock.

Baunatal. Vor der Baunataler Langenbergschule kann es morgens ganz schön eng werden. Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, missachten Halteverbote und parken in Einfahrten. Hinzu kommt der Schulbus, der Schüler aus weiter entfernten Stadtteilen befördert.

Um die Situation vor Unterrichtsbeginn und nach Schulschluss zu entschärfen, gibt es nun ein Projekt mit Vorbildcharakter: 300 Meter von der Schule entfernt wurden Hol- und Bringzonen eingerichtet, von denen aus die Kinder zu Fuß zur Schule laufen. „Durch das hohe Verkehrsaufkommen vor der Schule kommt es regelmäßig zu gefährlichen Situationen“, erzählt Gesamtelternbeirätin Nicole Mock.

Fußspuren: Um den sicheren Schulweg zu kennzeichnen, wurden gelbe Füße auf den Gehweg gemalt.

Autotüren würden rücksichtslos geöffnet, in einem Fall seien einer Schülerin Hefte auf die Straße gefallen und Autofahrer seien einfach darübergefahren. Und auch für die Schulbusfahrer sei das uneinsichtige Verhalten der Eltern ärgerlich, wenn sie ihren Bus durch die ohnehin enge Straße manövrieren müssten. „Seit Jahren haben wir immer wieder an die Eltern appelliert, die Kinder zu Fuß zur Schule zu bringen. Ohne Erfolg“, berichtet Lehrerin Dagmar Langer.

Ein neues Konzept soll nun endlich alle Beteiligten überzeugen: Gemeinsam mit Verkehrsplanerin und Elternbeirätin Carola Bachmann, der Stadt Baunatal, Polizei und ADAC wurden Hol- und Bringzonen eingerichtet. „Wir haben nach Flächen gesucht, die etwa 300 Meter weit von der Schule entfernt sind und genügend Platz zum Parken bieten“, erklärt Bachmann.

Fündig wurden man schnell: Ein Parkplatz an der Heiligenbornstraße und ein Parkstreifen am Holzweg sind perfekt geeignet. Von dort aus können die Kinder dann - entweder gemeinsam mit den Eltern oder als Schülergruppe - zur Schule gehen. Der sichere Fußweg wurde zudem mit gelben Fußspuren markiert.

Doch nicht nur die Verkehrssituation vor der Schule wird durch die neuen Zonen beruhigt. Zu Fuß zur Schule zu gehen, hat noch weitere Vorteile, wie Schulleiter Dieter Kauffeld erklärt: „Studien haben gezeigt, dass sich der Schulweg zu Fuß positiv auf die Entwicklung auswirkt.“ So könnten die Mädchen und Jungen früh ein Bewusstsein für Gefahren im Straßenverkehr entwickeln.

Um die Kinder zu motivieren, den Schulweg zu Fuß zurückzulegen, soll das Belohnungssystem helfen: Für jeden Fußweg machen die Kinder einen Strich an ein Wandbild. „Ist eine bestimmte Anzahl erreicht, unternehmen wir gemeinsam etwas Schönes“, sagt Dagmar Langer. Und weil eben auch die Eltern überzeugt werden müssen, wollen die Initiatoren weitere Aktionen veranstalten.

Am Mittwoch, 15. November, werden sie zum Beispiel ein kleines Dankeschön an diejenigen Eltern verteilen, die ihre Kinder zu den Hol- und Bringzonen fahren.

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