Ansturm auf Azubi-Börse bei VW: Tausende Jugendliche informieren sich im Baunataler Werk

Großes Interesse: In Scharen kamen heute die Schüler aus der gesamten Region zu den Berufsinformationstagen im Baunataler VW-Werk. Fotos: Kühling

Baunatal. Die Berufsausbildung beim größten Arbeitgeber der Region geht heute weit über Schleifen und Fräsen hinaus. Davon können sich die Jugendlichen selbst überzeugen.

Schicht für Schicht wächst aus der Düse des 3 D-Druckers ein Mensch aus Kunststoff. Acht Stunden braucht die Maschine, um den als Computerbild eingescannten Mann im Miniformat zu fertigen. Die Station mit dem Hightech-Drucker, der auch Teile für den Autobau fertigen kann, ist eine der wichtigen Anlaufstellen während der Berufsinformationstage im VW-Werk Kassel in Baunatal. Zwischen 2000 und 3000 Jugendliche aus der gesamten Region werden erwartet.

Bereits an den ersten beiden Tagen seien 2070 Schüler aus 34 Schulen angemeldet, berichtet Hermann Hartig, Leiter der Volkswagen Akademie in Baunatal. Am Samstag erwarte das Werk dann ab 8 Uhr noch einmal viele Hundert Schüler und Eltern. Eine Anmeldung zu dem Rundgang sei dann nicht mehr erforderlich, sagt Hartig.

Die Berufsausbildung beim größten Arbeitgeber der Region geht heute weit über Schleifen und Fräsen hinaus. Vernetzte Systeme sind gefragt: Gruppen aus mehreren Ausbildungsbereichen haben beispielsweise aus einem herkömmlichen Bobbycar ein Auto gebaut, das den Weg mithilfe zahlreicher elektronischer Bausteine selbst findet. Als Antrieb dient der Motor eines Akkuschraubers.

Für sie sei besonders der Bereich „Lagerlogistik“ interessant, sagt Julia Fröhlich von der Theodor-Heuss-Schule (THS) in Baunatal. „Wir haben uns angesehen, wie alles verpackt und organisiert wird“, sagt die 14-Jährige. Die Mädchen der THS räumen allerdings ein, dass sie sich für die an anderen Stationen gezeigte Technik nicht so intensiv interessieren.

Hermann Hartig sieht hingegen gerade bei jungen Frauen viel Potenzial für eine Ausbildung bei VW. Vor allem für den Zweig „Elektroniker für Automatisierungstechnik“ wolle man mehr Mädchen begeistern, sagt er. Für das kommende Ausbildungsjahr habe das Werk 39 Plätze in diesem Bereich. Dafür gebe es 147 männliche und lediglich sieben weibliche Bewerber. Anders sieht es beispielsweise bei den Zerspanungsmechanikern aus. Dort liegt der Anteil der Frauen schon bei 67 Prozent.

Fragen zum VW-Skandal? 

Und haben die Jugendlichen Fragen zum VW-Abgasskandal? „Wir sind darauf eingestellt“, sagt Hartig. „Die Sache spielt aber bisher keine Rolle.“ Auch einen Knick beim Eingang von Bewerbungen gebe es seit Bekanntwerden der Manipulationen nicht.

Bewerbungen für eine Ausbildung bei VW sind möglich bis zum 31. Oktober unter

www.vw-azubi.de

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