Lkw-Fahrer stellen Gehwege zu

Anwohner des Original-Teile-Center von VW in Baunatal klagen über Dreck

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Reinigungsaktion: Laut Anwohner Dieter Färber hat der Fahrer des Lkw oben die Papierhaufen nach dem Säubern seines Führerhauses einfach auf die Wiese geworfen.  Fotos: Färber, Gumbel/nh

Baunatal. Wenn Dieter Färber seinen Rundweg um das Original-Teile-Center (OTC) von VW bei Rengershausen geht, stößt er immer wieder auf Hindernisse.

An vielen Ecken, so sagt der Rentner, stellten Lkw-Fahrer, die auf eine Abfertigung bei Volkswagen warten, die Gehwege zu. Außerdem hinterließen manche Fahrer auf Straßen und Grünstreifen jede Menge Müll und Dreck.

Jüngst habe er einen Mann an der Salzgitter Straße beobachtet, der das Führerhaus seines Lkw mit zahlreichen Tüchern gereinigt habe. „Die weißen Papiertücher hat er dann einfach auf die Wiese geworfen“, berichtet der Rengershäuser. Auch die von der Stadt aufgestellten Dixi-Klos nutzten nicht alle Brummi-Lenker. „Manche verrichten ihre Notdurft einfach so. Man sieht dann große Haufen mit Papier.“

Das Problem mit Müll und Dreck im Umfeld des OTC ist nicht neu. Seit Jahren kämpfen das Baunataler Ordnungsamt, die Polizei und Volkswagen gegen die Vermüllung der Landschaft. „Wir haben die Dixi-Klos und Mülltonnen aufgestellt. Der Bauhof reinigt regelmäßig die Straßen“, sagt Stadtsprecherin Susanne Bräutigam. Auch sei das Rathaus ständig in Kontakt mit VW. Entlang der Wolfsburger Straße wurden unter anderem große Steinblöcke verlegt, damit das Abstellen von Lastwagen im Bereich des VW-Logistikzentrums Cross-Dock unmöglich wird.

Holger Gumbel, der im Rengershäuser Gewerbegebiet Buchenloh wohnt, sammelt ebenfalls regelmäßig negative Erfahrungen mit Lkw-Fahrern, die Müll an den Straßen hinterlassen.

Im vergangenen Jahr sei beispielsweise aus einem Lastwagen an der Eisenstraße Diesel ausgelaufen, berichtet Gumbel. Nachdem Polizei und Feuerwehr sich darum gekümmert hatten, sei der Lkw einfach etwas weiter oben an der Eisenstraße abgestellt worden. Dort sei dann weiter Diesel ausgelaufen. „Am nächsten Morgen war eine große Lache da“, berichtet der Rengershäuser. „Ich habe die Stadt Baunatal und das Hessische Umweltministerium darauf aufmerksam gemacht. Aber passiert ist nichts“, sagt Gumbel. „Der Diesel ist dann einfach im Erdreich versickert.“ 

Verschmutzung: In der Eisenstraße war nach Angaben eines Anwohners Diesel ausgelaufen. Einige Meter weiter sei der Kraftstoff dann ungehindert ins Erdreich gesickert.

VW-Sprecher Heiko Hillwig betont, dass der Autokonzern mit der Stadt in einem engen Austausch stehe. Für die Lkw, die die fünf OTC ansteuern, habe man an der Fehrenberger Straße eine große Steuerstelle eingerichtet. „Diese hat Kapazität für 80 Lkw und verfügt über Sanitärmöglichkeiten sowie Abfallbehälter“, erläutert der Sprecher. Zudem gebe es Parkflächen am Cross-Dock und oberhalb des OTC 5. „Stichproben zeigen, dass diese Angebote sehr gut genutzt werden.“

„Das Problem ist bekannt“, sagt auch Polizeisprecher Jürgen Wolf zu der Müllproblematik im Bereich des OTC von VW. Die Polizei sehe aber in erster Linie die Stadt Baunatal und deren Ordnungsamt in der Pflicht. „Das Müllproblem müssen andere lösen“, sagt der Polizeisprecher. „Da muss die Stadt aktiv werden oder VW selber.“

„Im Rathaus melden“

Stadtsprecherin Susanne Bräutigam fordert betroffene Anwohner auf, sich mit dem Rathaus in Verbindung zu setz en. „Wir müssen mit den Bürgern Hand in Hand arbeiten“, sagt sie. Die jetzigen Beschwerden werde man auf jeden Fall zum Anlass nehmen, erneut mit VW ins Gespräch zu kommen.

Dieter Färber jedenfalls ist frustriert: „Die Stadt Baunatal kümmert sich um nichts“, sagt er. Am Wochenende stünden die Lkw-Fahrer mit laufenden Motoren an der Salzgitter Straße. „Das ist eine Katastrophe in Sachen Umweltschutz.“ 

Im März 2014 beispielsweise gab es ein konzertierte Aktion der Behörden zusammen mit dem Autokonzern. Unter anderem wurden die Speditionen angeschrieben und Lkw-Fahrer in mehreren Sprachen auf die Situation hingewiesen. Doch viel getan hat sich offenbar nicht.

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