Allein 30 Stück im Stadtteil Altenritte wegen Breitbandausbau

Anwohner verärgert über verwaiste Baulöcher in Baunatal

30 Löcher in Altenritte: Wie hier vor der Sparkasse im Baunataler Ortsteil klaffen tiefe Baulöcher im Boden. Grund dafür ist der Breitbandausbau der Telekom. Anwohner kritisieren, dass es nicht vorwärtsgeht. Foto: T. Hartung

Wer in Baunatal wohnt und gern schnell im Internet unterwegs ist, sollte sich eigentlich über den Ausbau des VDSL-Netzes der Deutschen Telekom freuen.

Derzeit sorgen die Anfang Mai begonnenen Bauarbeiten zum schnelleren Internet bei vielen Baunataler Bürgern jedoch für Unmut.  

Schuld daran sind die zahlreichen Ziehlöcher, durch die die alten Übertragungsleitungen aus Kupfer durch insgesamt 23 Kilometer Glasfaserkabel - derzeit das schnellste Übertragungsmedium weltweit - ersetzt werden. Seit Wochen seien die offenen Löcher in den Straßen unberührt, so die Berichte verschiedener Anwohner. Rund 30 dieser tiefen Ziehlöcher seien allein im Ortsteil Altenritte zu finden. Einer, der sich maßlos über den Stillstand ärgert, ist Manfred Hanika, Anwohner im Hagebuttenweg in Altenritte, wo sich direkt an der Straßeneinfahrt eines dieser Ziehlöcher befindet. „Seit Wochen ist hier nichts passiert“, regt er sich auf und verweist auf den Weg zum Ortskern, wo die Anwohner anderer Straßen noch viel stärker von den unschönen Baulöchern betroffen sind als er.

Der Ausbau sei in vollem Gange, heißt es dagegen in einer schriftlichen Stellungnahme von Telekomsprecher George-Stephen Mc Kinney. 80 Prozent der Arbeiten seien in der VW-Stadt bereits erledigt, heißt es auf HNA-Anfrage. Es müssten noch Kabel eingezogen werden, Stromanschlüsse realisiert und Kabel sowie Systemtechnik montiert werden. Allein im Ortsteil Altenritte müssten rund fünf Kilometer Tiefbau umgesetzt und 36 Multifunktionsgehäuse aufgestellt und verkabelt werden.

Leerrohrzüge defekt 

Das bedeute bei so viel Tiefbauleistung in kurzer Zeit viele Aufbrüche im Geh- und Fahrbahnbereich gleichzeitig. Leider hätte sich vor Ort erst gezeigt, dass vorhandene Leerrohrzüge nicht durchgängig oder defekt seien, betonte Mc Kinney in seiner Stellungnahme. Das führe leider zu zusätzlichen punktuellen Aufbrüchen, die vorher nicht planbar gewesen seien. „Diese baulichen Herausforderungen offenbaren sich stets erst in der Bauphase“, erklärte Mc Kinney die große Anzahl an Ziehlöchern.

Für die Anwohner bleibt zu hoffen, dass die letzten 20 Prozent des Breitbandausbaus so schnell wie möglich erledigt werden, damit auch die Löcher in den Straßen wieder verschwinden. Nach Beendigung der Arbeiten können in Baunatal 7800 Haushalte und 538 Unternehmensstandorte mit VDSL(Very High Speed Digital Subscriber Line)-Anschlüssen versorgt werden.

Von Tina Hartung

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