Anwohnerin hört Geräusch seit Neuverlegung der Schienen

Neue Schienen: Anwohnerin klagt über quietschende Trams

Es quietscht: Helga Knod aus Baunatal-Großenritte findet die Geräusche der ein- und ausfahrenden Straßenbahnen am Bahnhof Großenritte störend. Foto: Schippers

Baunatal. Wenn Helga Knod in ihrer Wohnung in Großenritte die Fenster öffnet, dann hört sie seit einiger Zeit quietschende Geräusche. Und die stammen von einer Tram.

In etwa 150 Metern Entfernung zu ihrem Wohnhaus an der Hirschberger Straße verlaufen Bahnschienen. Darüber rollen täglich viele Straßenbahnen der Linien 5 und 7 auf dem Weg zum Bahnhof Großenritte in Baunatal.

Seitdem im April dieses Jahres in diesem Bereich neue Schienen verlegt worden sind, würden die vorbeifahrenden Bahnen störende Geräusche verursachen. Besonders beim Einfahren in die Wendeschleife der Haltestelle Bahnhof Großenritte wären ein Quietschen und Schleifen zu hören, so Helga Knod. Wie genau das klingt, kann sie nur schwer erklären: „Es hört sich an, als würde Eisen auf Eisen treffen.“

Die Rentnerin will sich nicht über die Maßen über das Geräusch beschweren, zumal sie eigentlich ganz glücklich damit ist, so nah an der Haltestelle zu wohnen. Für sie und ihren Mann Wolfgang sei es optimal, ÖPNV-mäßig so gut angebunden zu sein. Beide nutzen die Tram regelmäßig. „Aber das Quietschen hört man halt. Das stört schon ein wenig“, sagt Knod. Zumal die Bahnen von morgens sechs Uhr bis nach Mitternacht an ihrem Haus vorbeirollen.

Besonders im Sommer sei ihr das Geräusch aufgefallen, „vor allem, wenn mein Mann und ich auf dem Balkon saßen“. Die 70-Jährige fragt sich, woher die Geräusche rühren, schließlich waren sie vor der Neuverlegung der Schienen nicht zu hören. Und sie sind auch nicht immer da. An kalten, regnerischen Tagen gleiten die Bahnen angenehm ruhig über die Schienen. „Muss das so sein?“, möchte die ehemalige Bürokauffrau wissen und hofft, dass man irgendetwas dagegen tun kann.

KVG-Sprecherin Heidi Hamdad stellt eine Lösung in Aussicht. „Das Problem ist bekannt und wir bedauern das sehr“, sagt sie auf Anfrage der HNA. Zwei Gleisschmieranlagen in der Wendeschleife sollen laut Hamdad Abhilfe schaffen. Geplant sei deren Einbau noch in diesem Jahr, vorausgesetzt, die Witterung mache keinen Strich durch die Rechnung.

Bei einer Gleisschmieranlage wird durch feine Düsen an der Schiene ein Schmiermittel aufgetragen. Die Tramräder verteilen es anschließend. Dadurch soll das Quietschen behoben werden. „Solche Geräusche treten leider häufig auf Schienen auf“, weiß Hamdad.

Das Problem lasse sich nur schwer in den Griff bekommen. Zwar gebe es eine Vielzahl an wissenschaftlichen Untersuchungen und Experimenten, um dem Kern des Problems auf die Schliche zu kommen, doch nach wie vor sei es nicht gelungen, eine endgültige Lösung zu finden. Sie bestätigt auch die Erfahrung von Helga Knod, dass das Quietschen bei Feuchtigkeit abnimmt. Dennoch versteht sie, dass Helga Knod sich gestört fühlt. „Wir werden das schnellstmöglich beheben“, verspricht sie.

Von Nicole Schippers

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