Getriebeproduktion läuft weiter

Arbeit auch Weihnachten und Neujahr: VW-Werk steht nie ganz still

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Stehen immer für den Notfall bereit: Die hauptamtlichen Feuerwehrleute der VW-Werkfeuerwehr Günter Schütz (von links), Natascha Zok, Tim Körde, Burkhardt Kipping, Carsten Lucas und Martin Ernst.

Baunatal. Im VW-Werk Baunatal stehen die Uhren nie ganz still. Auch an den Weihnachtstagen und zwischen den Feiertagen wird dort gearbeitet.

Der Werkschutz beispielsweise ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr im Einsatz.

Zwischen Weihnachten und Neujahr sind dort jeweils acht Mitarbeiter im Dienst. Lkw müssen abgefertigt, Ladungen kontrolliert und Frachtbriefe geprüft werden. Außerdem sind die Werkschützer auf Streife unterwegs. Vor allem die Bereiche des Werkes, in denen in diesen Tagen nicht gearbeitet wird, werden kontrolliert.

„Gerade wenn wenig Mitarbeiter im Werk unterwegs sind, werden Schäden und Notfälle erst spät entdeckt.“

„Die Werkschützer schauen beispielsweise, ob überall das Licht und Elektrogeräte ausgeschaltet sind und überprüfen, ob vielleicht irgendwo Probleme wie austretendes Wasser auftreten“, erklärt Peter Nückel, Leiter der Werksicherheit. Gearbeitet wird im 12-Stunden-Schichtsystem jeweils von 6.15 bis 18.15 Uhr und wieder bis 6.15 Uhr.

Auch die Werkfeuerwehr steht immer bereit. Die Mannschaft arbeitet im 24-Stunden-Dienst. Zwischen den Jahren sind zehn Brandschützer im Einsatz – einer weniger als an den übrigen Tagen im Jahr. Unter ihnen ist auch Natascha Zok, die einzige Frau unter den 47 hauptamtlichen Feuerwehrleuten.

„Das Werk steht nie still“, sagt Burkhardt Kipping, Leiter der Werkfeuerwehr. Auch an und zwischen den Feiertagen gebe es immer mal wieder Notfälle im Werk. Er erinnere sich beispielsweise an einen Wasserrohrbruch einer 300-Liter-Leitung an Weihnachten, bei dem die Feuerwehr im Einsatz war. „Gerade wenn wenig Mitarbeiter im Werk unterwegs sind, werden Schäden und Notfälle erst spät entdeckt“, weiß Kipping.

In solchen Situationen ist dann besonders schnelle Hilfe gefragt. Nach Auslösen des Alarms müssen die Brandschützer innerhalb einer Minute die Feuerwache verlassen. Fünf Minuten haben sie Zeit, um zum Einsatzort zu gelangen.

Anlagen wieder hochfahren

Auch in der größten Leichtmetall-Gießerei Europas wird zwischen Weihnachten und Neujahr gearbeitet. Dort werden Gehäuseteile aus Aluminium und Magnesium hergestellt. An den Weihnachtstagen wurde nicht produziert. „Stattdessen nutzen wir die Zeit für Großreparaturen im Bereich des Schmelzwerkes“, so Gerd Hahn, Leiter der Gießerei.

Die Anlagen werden erst nach den Weihnachtstagen wieder hochgefahren. Etwa 50 Mitarbeiter sind dann damit beschäftigt, dafür zu sorgen, dass die Maschinen anlaufen. „Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, denn wenn die Anlagen nicht anlaufen, dann ist kein Gießen möglich. Dann gibt es keine Gehäuse und in der Folge auch keine Getriebe“, erklärt Hahn.

Gearbeitet wird auch in der Getriebefertigung – dort werden Schalt- und Automatikgetriebe hergestellt, darunter auch Direktschaltgetriebe. Die Nachfrage der Kunden ist hoch: Gerade ist im Baunataler VW-Werk das viermillionste Getriebe gebaut worden. Um sie stillen zu können, sind die Mitarbeiter auch an und zwischen den Feiertagen im Einsatz.

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