Arbeitsplan fürs Energiesparen: Angebote an Einwohner und Leitfaden für Rathaus

Baunatal. Die Baunataler Rathausspitze hat ihren Leitfaden zum klimafreundlichen Umgang mit Energie fortgeschrieben. Das Zehn-Punkte-Programm für die kommenden fünf Jahre stellt zum einen einen Arbeitsplan für die Stadtverwaltung dar, aber es enthält auch Handreichungen für die Einwohner.

Kurzclip:

Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz zum Energieprogramm der Stadt Baunatal

So soll ein Lotse helfen, die richtigen Ansprechpartner für energetische Sanierungen zu finden. Auch ist für Herbst eine Solarmesse vorgesehen.

Stichwort

Energieberatung im Rathaus

Die Stadt Baunatal bietet seit mehreren Jahren eine Energieberatung an. Ansprechpartner im Rathaus ist Markus Mannsbarth, Zimmer 206, Telefon 0561/4992261, E-Mail-Adresse: markus.mannsbarth@stadt-baunatal.de

Die Abteilung ist so zu erreichen: bau-umwelt@ stadt-baunatal.de

Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz, im Rathaus unter anderem für das Thema Energie zuständig, erläutert die Grundsätze. Sie räumt dabei ein, dass der Plan "nichts komplett Neues" sei. Vielmehr werde fortgeschrieben, was Bürgermeister Manfred Schaub nach seinem Amtsantritt 2005 angestoßen habe. Wir erläutern hier zunächst Ziele, die unmittelbar Baunataler Einwohner betreffen.

Hausbau

Die Stadt wird Bauherren von Wohnhäusern weiterhin zu einem 15 Prozent besseren Standard verpflichten als ihn die Energiesparverordnung des Bundes vorgibt. Das Rathaus bietet zugleich kostenlos Energieberatung an. Vorbild ist das Großenritter Musterbaugebiet Heimbach, wo es "supergut gelaufen" sei, sagt Engler-Kurz.

Jedoch gibt es einen wesentlichen Unterschied: Für Heimbach-Bewohner flossen, gestaffelt nach dem Energiespargrad, Zuschüsse, das ist aber jetzt nicht mehr der Fall. Generell bleibt allerdings das Solarförderungsprogramm der Stadt mit zinslosen Darlehen.

Altbau-Sanierung

Es ist ein Leitfaden für energetische Sanierung sowohl von Wohngebäuden als auch gewerblichen Bauten in Arbeit (deshalb umfasst das Thema zwei Punkte). Partner sind das regionale Netzwerk deENet, die Wirtschaftsgemeinschaft Baunatal und heimische Banken, ferner das neue Zentrum für erneuerbare Energien (ZEED) der Solarfirma Kirchner in Lohfelden. Das Rathaus bietet einen Lotsen, der über die Palette der Möglichkeiten und Ansprechpartner informiert, aber nicht selbst berät.

Windkraft

Windkraftnutzung soll gemeinsam mit anderen Kommunen vorangetrieben werden. Über das bereits beschlossene Langenberg-Projekt hinaus, das gemeinsam mit Niedenstein, Edermünde und Gudensberg realisiert wird, will sich Baunatal an weiteren beteiligen. Auf dem eigenen Stadtgebiet sieht man jedoch keine weiteren Standorte, die sich für Windräder eignen.

Versorgungswerk

Das gemeinsame Stromversorgungswerk von 16 Kommunen im Landkreis Kassel soll nach dem Wunsch des Baunataler Rathauses ausgebaut werden. Engler-Kurz sieht Erzeugung und Vertrieb von Strom als nächste Schritte. Auf längere Sicht seien auch Geschäftsfelder wie Gas, öffentlicher Nahverkehr und Schwimmbäder denkbar.

Solarmesse

Im Herbst soll gemeinsam mit der Wirtschaftsgemeinschaft Baunatal eine Solarmesse veranstaltet werden kleiner als die gerade gelaufene Baumesse, die auch das Thema Energie hatte. Ziel müsse sein, noch mehr Dächer mit Solarpaneelen zu bestücken, sagt Engler-Kurz.

Eckpunkte für Verwaltung und Politik

Im neuen Baunataler Energie-Leitfaden gibt es ferner Punkte, die in erster Linie die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik betreffen.

Städtische Gebäude

Städtische Gebäude sollen konsequent energetisch saniert werden, bei der Rundsporthalle ist das zum Beispiel schon geschehen. Zurzeit sind die Sporthalle Hertingshausen und der Großenritter Kindergarten Talrain im Blick.

Rathaus

Die bald erforderliche, aber noch nicht beschlossene Rathaus-Sanierung soll CO2-neutral erfolgen. Das heißt: Zusätzlicher Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid darf nicht sein. Mehr CO2 muss durch Vorkehrungen wie tageslichtgesteuerte Beleuchtung und andere Energiesparmethoden ausgeglichen werden.

Umweltbilanz

Es soll versucht werden, eine CO2-Bilanz zu erstellen. Einfließen sollen nicht nur Erzeugung und Verbrauch von Strom und Wärme, sondern zum Beispiel auch der Abgasausstoß des Verkehrs. Die Bilanz soll laut Engler-Kurz "ein Kompass" sein für kommunalpolitische Entscheidungen zum Thema Energie.

Energieberatung

Aufgrund guter Erfahrungen mit der Energieberatung will die Stadt kleineren Kommunen Kooperationen anbieten.

Von Ingrid Jünemann

Rubriklistenbild: © dpa

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