Automobilschau in Baunatal zog 4000 Besucher an

Baunatal. Zur Automobilschau in Baunatal sind am Wochenende trotz schlechten Wetters rund 4000 Besucher gekommen. 

Lautstark grollende Motoren, der Duft von Benzin in der Luft: Der Auftritt der Quad-Enthusiasten der Vier-Zylinder-Crew, die ihre selbst getunten Motorräder mit vier Rädern bei der Baunataler Automobilschau präsentierten, war irgendwie symbolisch. In der VW-Stadt war zu beobachten, dass die Liebhaber von Verbrennungsmotoren mit ordentlich Pferdestärken noch immer das Sagen haben.

Die größte nordhessische Autoschau litt bei ihrer 20. Auflage unter dem ausgesprochen kühlen, teils regnerischen Wetter. Am Samstag startete sie sehr verhalten.

Der Sonntag entschädigte die elf ausstellenden Autohäuser wenigstens am Nachmittag mit regem Besucherbetrieb. „Angesichts der schwierigen Wetterverhältnisse müssen wir mit unserer Bilanz zufrieden sein“, sagte Dirk Wuschko, Geschäftsführer des Stadtmarketings. Er schätzt, dass mit rund 4000 Besuchern an beiden Tagen die Marke des Vorjahrs erreicht wurde. Auch schon 2016 hatte man Pech mit dem Wetter. Möglicherweise werde man jetzt erneut darüber diskutieren, ob man die Autoschau in den Mai verlegen sollte. 27 Automarken wurden präsentiert.

Fans elektrisch angetriebener Autos: Natalie, Patricia und Marc Boll (vorn von links) sind von der Zukunft der E-Mobile überzeugt. Ulli Kümeke (rechts hinten) will sich demnächst ein Elektroauto der US-Marke Tesla zulegen. Unser Bild zeigt ein E-Mobil des französischen Autokenzerns Renault.

Augenscheinlich waren die hochmotorisierten Fahrzeuge mit Verbrennungstechnik bei weitem in der Überzahl. Rein elektrisch betriebene Autos deutscher Produktion gab es extrem wenige zu sehen. Der „E-Mobil-Enthusiast Ulli Kümeke, der ein französisches Elektromodell fährt, war eigens nach Baunatal gekommen, um zu sehen, was sich auf diesem Markt tut. Er war enttäuscht. „Es gibt zu wenige Ladesäulen. Elektroautos deutscher Produktion haben noch zu wenig Reichweite. Da muss man ja übernachten, wenn man auf längeren Strecken unterwegs ist“, sagte er. Marc Boll, der in Baunatal eine private Ladesäule errichtet hat, mutmaßt, dass deutsche Hersteller und Händler wenig Interesse hätten, die Elektromobilität voranzubringen. Die Ladetechnik deutscher Autos sei gegenüber der Konkurrenz noch deutlich ausbaufähig. „Die Leute müssen auch besser über die Vorzüge von Elektroautos aufgeklärt werden“, meint er. Klaus Parzefall aus Schauenburg sieht ebenfalls noch keinen Durchbruch für die E-Autos. Es hapere an der Wirtschaftlichkeit. „Das wird noch ein zwei Jahre dauern“, meinte er. Günther Nell aus der gleichen Gemeinde fürchtet, dass die Abgas-Skandale um Dieselfahrzeuge auch negative Auswirkungen auf die E-Mobile hätten. Diesel-Fahrern drohe hoher Wertverlust, da zögerten sie bestimmt mit einem Umstieg auf E-Autos.

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