Azubi-Börse: KSV Baunatal hilft bei Lehrstellensuche

Nicht nur Sport im Blick: Der KSV Baunatal ist in vielen Bereichen aktiv – etwa hier als Mitveranstalter eines Fitness-Wochenendes, jetzt engagiert sich der Verein im Ausbildungssektor. Archivfoto: Dilling / nh

Baunatal. Viele Jugendliche finden nicht den richtigen Ausbildungsplatz. Die Abbrecherquote liegt bei 30 Prozent.

Zahlreiche Betriebe haben im Gegenzug auf ihre ausgeschriebenen Lehrstellen kaum noch Bewerber. Damit will sich der KSV Baunatal als größter Sportverein Nordhessens mit über 6000 Mitgliedern nicht abfinden und schafft als ersten Schritt eine Ausbildungsbörse.

Ist es nicht ungewöhnlich, dass sich ein Sportverein für die Vermittlung von Ausbildungsplätzen einsetzt? Timo Gerhold, Vorstandschef beim KSV, erklärt: „Wir haben allein 2200 Kinder und Jugendliche in unseren Reihen. Viele von ihnen suchen einen Ausbildungsplatz.“ Als Verein habe man sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Suchenden mit Unternehmen aus der Region in Kontakt zu bringen.

Möglichkeit dazu bekommen die jungen Sportler, aber auch alle anderen Jugendlichen aus der Region, bei der Azubi-Börse am 24. September. Von 10 bis 13 Uhr werden zunächst Schüler der drei großen Gesamtschulen sportlich-spielerisch auf die Lehrstellensuche eingestimmt. Ab 13 Uhr können alle anderen Interessierten das Angebot in der Max-Riegel-Halle in Baunatals Innenstadt wahrnehmen.

Marc-Michael Gallus, selbstständiger Azubimanager, bestätigt, dass zahlreiche Wirtschaftsbetriebe Probleme haben, geeignete Bewerber zu finden. Zum einen gebe es oft Defizite bei den jungen Menschen, etwa im Bereich Mathematik. Zum anderen seien vor allem kleine Betriebe in ihren Strukturen sehr festgefahren, sagt er. Der Azubi-Berater ist einer von bis zu 40 Ausstellern, die bei der Börse im September in Baunatal mitmachen wollen.

Auch Annette Böhle vom Vorstand der Wirtschaftsgemeinschaft Baunatal beobachtet diese Entwicklungen. So habe beispielsweise die Raiffeisenbank Baunatal, bei der Böhle hauptberuflich arbeitet, ebenfalls Probleme, genügend Bewerber für eine Banklehre zu bekommen. „Wo wir vor einigen Jahren noch 100 Interessenten hatten, sind es jetzt vielleicht zehn.“

Daniel Stephan (17), der aktuell bei der Raiffeisenbank ein Praktikum durchläuft, nennt an erster Stelle für seine Anforderungen an eine Lehrstelle: „Wichtig ist mir, dass ich mit Menschen zu tun habe und dass sich die Leute in den Abteilungen gut verstehen.“

Ausbildung bei VW: Das Foto stammt aus der Gießerei des Baunataler VW-Werks, es zeigt Azubi Manuel Sprenger und seinen damaligen Ausbilder Dirk Richly. Archivfoto: Kühling

In gleicher Richtung argumentiert Kira Werner (20), die beim KSV Baunatal derzeit eineAusbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau sowie ein Fernstudium im Bereich Sport-Business-Management absolviert. „Es ist wichtig, dass man sich wohlfühlt am Arbeitsplatz“, sagt die Auszubildende. Auch solle der Arbeitgeber akzeptieren, dass man in einigen Dingen mal eine andere Meinung hat.

Angemeldet als Aussteller haben sich beispielsweise schon das Karrierecenter der Bundeswehr und die Techniker Krankenkasse. Auch die VW-Akademie ist laut Timo Gerhold mit einem Stand zur Ausbildung bei Volkswagen vertreten. „Grundsätzlich suchen wir noch Betriebe, die bei der Börse dabei sein wollen“, sagt Gerhold mit dem Hinweis, dass in Baunatal in diesem Jahr dann kein „Café Beruf“ als Azubi-Börse stattfindet.

Infos und Anmeldung: KSV Baunatal, Timo Gerhold, 0561/57059910, E-Mail: timo.gerhold@ksv-baunatal.de 

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