Azubis schmeißen eigene Filiale in Baunatal

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An der Schlauchpresse: Lamin Benchikha (von links) fertigt einen Schlauch an. Gemeinsam mit Bianca Pohlig, Ausbilder Falk Simon und Akan Yaguz betreibt er in den nächsten zwei Wochen die Niederlassung in Baunatal.

Baunatal. Mit Kunden sprechen, Aufträge annehmen, Hydraulikschläuche auf die richtige Länge schneiden und an der Presse mit den passenden Komponenten bestücken. Das alles müssen die Auszubildenden des neuen Hansa-Flex-Standortes am Harzweg in Kirchbauna können.

150.000 Euro investierte der Hersteller für Hydraulik-Produkte in die schmucke Niederlassung, die komplett von Azubis organisiert wird.

„Man ist auf sich allein gestellt“, sagt der 22-jährige Lamin Benchikha aus Bremerhaven, der eine Ausbildung für Lagerlogistik bei Hansa-Flex absolviert. „Sonst hat man immer einen Gesellen neben sich, den man fragen kann.“ Bianca Pohlig (21), angehende Bürokauffrau im dritten Lehrjahr aus Dresden, findet es besonders gut, Einblicke in die technischen Abläufe des Betriebes zu bekommen.

Kurzclip:

So arbeiten die Azubis und das erwarten sie

Laut Ausbilder Falk Simon müssen sich nämlich auch die Lehrlinge aus den Büroberufen an den Maschinen tummeln und mit ihnen arbeiten. Jeder schlüpft in jede Rolle - das ist der Sinn der Ausbildungs-Niederlassung.

Für zwei mal zwei Wochen kommen ab sofort alle Azubis aus ganz Deutschland während ihrer Lehre in die Filiale nach Baunatal. Nicht nur an den Maschinen, im Büro und am Annahmetresen müssen sie dann möglichst gut zusammenarbeiten, auch in der Freizeit ist Kooperation angesagt. Die Gruppe lebt 14 Tage zusammen in einer Wohnung in Schauenburg-Hoof. „Es kommt auf Teamarbeit an“, sagt Akan Yaguz (20) aus Kassel, angehender Groß- und Außenhandelskaufmann.

In den Räumen einer früheren Kirchbaunaer Druckerei, die Hansa-Flex in den vergangenen Wochen auf Vordermann gebracht hat, geht es zu wie im Alltag einer der 202 Hansa-Flex-Niederlassungen. Schon am ersten Tag habe beispielsweise jemand einen speziellen Schlauch für eine Landmaschine bestellt, berichtet die 21-Jährige. Und auch vom großen Nachbarn, dem Baunataler VW-Werk, haben die jungen Mitarbeiter schon während der ersten Betriebswoche die ersten Aufträge an Land gezogen.

Das Unternehmen wolle mit dem bisher einmaligen Konzept etwas gegen den Fachkräftemangel tun, erklärt Falk Simon. „Wir erhoffen uns eine bessere Ausbildung. Außerdem lernen die Auszubildenden unsere Produktpalette kennen.“

Von Sven Kühling

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Donnerstag in der gedruckten Ausgabe der HNA.

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