Kosten: 5,3 Millionen Euro

Rodungsarbeiten für Hochwasser-Rückhaltebecken starten

Heute geht es los: Mit dem Fällen der Bäume (rechts) beginnt die Errichtung des Hochwasser-Rückhaltebeckens an der Hunsrückstraße. Auch der Fußweg verschwindet. Foto: Dilling

Baunatal. Beim nächsten Jahrhunderthochwasser werden die Baunataler nicht mehr über vollgelaufene Keller klagen.

Stattdessen werden sie sich über einen See freuen können, der dann im Extremfall eine Fläche von mehr als sechs Fußballfeldern bedecken wird. Das sind jedenfalls die Dimensionen des geplanten Hochwasser-Rückhaltebeckens an der Hunsrückstraße. Der Startschuss zu seiner Errichtung fällt heute, Montag, mit den Rodungsarbeiten entlang der Bauna. Die Bäume müssen einem insgesamt 660 Meter langen Damm weichen, der die Wassermassen einer großen Flut in Schach halten soll.

Letzter Baustein

Der Bau des Rückhaltebeckens zwischen dem Kirchbaunaer Kreisel und dem Hauptfriedhof ist der letzte Baustein im Hochwasserschutzkonzept des Abwasserverbandes Baunatal-Schauenburg (VAH). Die Kosten sind mit 5,3 Millionen Euro veranschlagt, gut drei Millionen Euro davon trägt das Land Hessen. 2017 soll das Becken, das 100 000 Kubikmeter Wasser fassen wird, fertig sein. Zusammen mit dem noch größeren, längst fertiggestellten Polder Schefferfeld bei Elgershausen und den bereits abgeschlossenen Umbauten und Schutzmaßnahmen im Uferbereich der Bauna in Kirchbauna und Guntershausen sollen dann die Fluten von Lützel, Leisel und Bauna bei extremen Starkregen zuverlässig gebändigt werden. Fünf Jahre dauerten das Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Vor einigen Tagen informierten sich viele Bürger am Ort der künftigen Baustelle über die geplanten Arbeiten. Durch Abgrabungen werde es gelingen, den ursprünglich viel höher geplanten Damm niedriger zu gestalten, sagte Stadträtin Silke Engler. An seiner höchsten Stelle, neben dem Friedhofsparkplatz, werde er 4,70 Meter hoch sein. Ursprünglich seien bis zu neun Meter geplant gewesen. Dennoch müssen 17 000 Kubikmeter Material aufgeschüttet und tiefe Pfähle in den Untergrund gerammt werden, weil der Boden dort nicht tragfähig genug ist. Von einem neuen Betriebsgebäude aus wird das Auslassbauwerk gesteuert, das den dosierten Abfluss der Wassermassen in Richtung Kirchbauna sicherstellt.

Radeln auf der Dammkrone

Dem Damm werden die jetzigen Fuß- und Radwege, die Altenbauna und Kirchbauna verbinden, weichen müssen. Radfahrer und Fußgänger werden künftig auf der Dammkrone auf einem vier Meter breiten und beleuchteten Panoramaweg unterwegs sein. Die Steigungen sind so ausgelegt, dass sie auch von Rollstuhlfahrern bewältigt werden können.

Während der Bauarbeiten werde man auf den Friedhof, insbesondere während Beerdigungen, Rücksicht nehmen, erklärte Engler. Außerdem würden die Baufahrzeuge nicht vom Friedhof, sondern von Altenbauna her die Baustelle anfahren.

Von Peter Dilling

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