Mit dem Rolli zum Bahnsteig

Barrierefreier Umbau des Bahnhofs Guntershausen soll 2020 beginnen

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Freut sich auf den barrierefreien Ausbau: Tatjana Meider. Ohne fremde Hilfe kommt sie hier nämlich nicht runter.

Baunatal. Wenn Tatjana Meider und Kevser Bayri mit ihren Rollstühlen vom Bahnhof Guntershausen aus zu einem Ausflug nach Kassel starten wollen, dann endet die Tour schon vor der Abfahrt abrupt.

Die Treppen, die zu den Bahnsteigen führen, stellen für die beiden Frauen ein unüberwindbares Hindernis dar. Ohne fremde Hilfe geht es kein Stück weiter. Es bleibt nur der Blick in die Tiefe. 2020 werde der barrierefreie Ausbau der Station beginnen, erläuterte Erste Stadträtin Silke Engler jetzt bei einer Bürger-Info am Bahnhof. Ein Vorhaben, das die Frauen, die im Rollstuhl sitzen, herbeisehnen. „Das bedeutet für mich mehr Freiheit“, sagt Kevser Bayri, die auch dem Behindertenbeirat der Stadt angehört. „Am Leben teilzunehmen, das ist für mich schön.“ Die Großenritterin betont, dass sie die Möglichkeit mit der Bahn zu reisen, häufig nutze. „Vor kurzem war ich erst in Hamburg.“

Nutzt gerne das Angebot der Bahn: Kevser Bayri aus Baunatal-Großenritte. Das sei für sie ein Möglichkeit, am Leben teilzunehmen, sagt sie.

Grundlage für den behindertengerechten Umbau des Bahnhofs ist eine Vereinbarung zwischen der Stadt Baunatal, dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) und der Bahn. Demnach sollen der West-Zugang (Marie-Behre-Heim) und der Mittelbahnsteig mit einem Aufzug ausgestattet werden. Auf der Ost-Seite wird eine Rampe vom Bahnsteig an den bereits von der Stadt angelegten barrierefreien Weg zur Unterführung angeschlossen. Damit wären alle Gleise ohne Hindernis zu erreichen.

Das wäre übrigens nicht nur ein Vorteil für Menschen im Rollstuhl oder Ältere, sondern auch für Radfahrer. Immerhin liegt Guntershausen am stark frequentierten Radfernweg R 1.

Im Februar 2016 unterzeichneten die drei Partner die Vereinbarung zum Umbau. Für den ursprünglich geplanten Bau von zwei Rampen und einem Fahrstuhl kalkulierten sie mit 1,5 Millionen Euro. Die Planung sollte 350.000 Euro verschlingen. Obwohl jetzt zwei Aufzüge gebaut werden und nur eine Rampe, bleibe es bei den kalkulierten Kosten, so Engler. Kosten kommen auf die Stadt Baunatal allerdings nur durch die Planung zu, erläuterte SPD-Stadtrat Klaus-Peter Lorenz. Der Anteil betrage 100.000 Euro.

Nach Angaben der Vizebürgermeisterin ist die Vorplanung für den Umbau jetzt auf dem Weg zum Eisenbahnbundesamt. Es sei davon auszugehen, dass die Bearbeitungszeit etwa ein Jahr dauere. „Wir haben einen entscheidenden Schritt getan, es gibt jetzt eine Planung.“

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