Gefragtes Bauland

Nachfrage ungemindert: Bauboom in Baunatal hält an

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Hier soll gebaut werden: An der Akazienallee unterhalb des Baunsberges sollen neue Häuser mit Wohnungen entstehen.

Baunatal. Der Bauboom in Baunatal geht angesichts unverminderter Nachfrage nach Bauland in eine neue Etappe.

Während am Obersten Heimbach und im neuen Quartier am Stadtpark noch nicht alle Baustellen abgeschlossen sind und im Baugebiet „Weißes Feld" in Großenritte der Häuserbau im vollen Gange ist, sind die nächsten Bauvorhaben schon in trockenen Tüchern.

Auf dem Baunsberg-Filetstück am Waldrand zwischen dem markanten Hochhaus und der Friedrich-Ebert-Schule an der Akazienallee könnten schon nächstes Jahr Einzel- und Reihenhäuser errichtet werden. Im neuen Baugebiet „Das Ried“ in Großenritte könnte das nach Einschätzung der Stadt noch dieses Jahr der Fall sein. Auf beiden Flächen wird Wohnraum für schätzungsweise rund 500 Menschen geschaffen werden.

An der Akazienallee sollen 120 Wohneinheiten, Einzel- und Reihenhäuser, für etwa 300 Menschen entstehen. Dort sei eine relativ dichte Bebauung mit bis zu dreigeschossigen Gebäuden und einem zusätzlichen Staffelgeschoss vorgesehen, sagte Fachbereichsleiter Uwe Schenk auf Anfrage. Die Ausschreibung für die Erschließung werde bereits vorbereitet. Auf dem Gelände, das ursprünglich einmal mit weiteren Hochhäusern bebaut werden sollte, bekommen sowohl Eigenheimer als auch Mieter eine Chance: Auf Antrag der Grünen hat das Stadtparlament beschlossen, dass dort zur Hälfte barrierefreie Mietwohnungen errichtet werden müssen. Egon Bader vom Behindertenbeirat wie auch Lothar Rost von den Grünen wiesen darauf hin, dass es in Baunatal zu wenige preiswerte, kleine Wohnungen für ältere Menschen gebe. Laut Pressesprecher Thomas Briefs wird die Stadt die Grundstücke erst einmal selbst vermarkten. Es sei aber geplant, später Wohnungsbaugesellschaften dafür ins Boot zu holen.

Im neuen Baugebiet „Das Ried“ sollen Doppel-, Mehrfamilien- und Reihenhäuser für etwa 175 Menschen entstehen. Erstmals wird die Stadt die Erschließung und Vermarktung der verschiedenen Eigentümern gehörenden ehemaligen Gartenbauflächen einem Investor überlassen. Das ist die RDV Immobilien GmbH, die zur Raiffeisenbank Baunatal gehört. Der Investor habe großes Interesse daran, schnell zu beginnen, sagte Schenk. Dieses neue Baugebiet soll verkehrlich an die Niedensteiner Straße angeschlossen werden.

Das wird den Druck auf die Stadt erhöhen, den schon länger diskutierten Umbau der stark frequentierten Kreuzung Besser Straße / Niedensteiner Straße endlich zu realisieren. „Das gibt mehr Verkehr. Wir müssen uns Gedanken über eine Entlastung der Kreuzung machen“, sagte der CDU-Stadtverordnete Frank Eskuche.

Die Stadtverordneten beschlossen, die Pläne für beide Baugebiete öffentlich auszulegen.

Vergabe von Bauplätzen auf dem Prüfstand 

Seit geraumer Zeit vermutet die CDU, dass es bei der Vergabepraxis für Bauplätze im Baugebiet „Weißes Feld“ in Großenritte nicht fair zugegangen sei. Und davon hätten möglicherweise ein oder mehrere Mitglieder der SPD-Fraktion und des Magistrats profitiert. Dieser Verdacht wird nun zum Thema eines Untersuchungsausschusses, der voraussichtlich noch im Frühjahr Einsicht in die entsprechenden Akten der Stadtverwaltung nehmen wird.

Bis Ende März sollen die Fraktionen ihre Mitglieder für den Ausschuss benennen, der wohl aus insgesamt zehn Mitgliedern bestehen wird.

Da die CDU-Fraktion geschlossen den Ausschuss verlangt hat, muss die Stadtverordnetenversammlung nach Paragraf 50 der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) diesen einsetzen, ohne dass ein Mehrheitsbeschluss erforderlich wäre. Die Union will klären, ob ein Stadtverordneter an Beschlüssen zum „Weißen Feld“ mitgewirkt hat, durch die er unmittelbar einen persönlichen Vorteil erlangen konnte. Das wäre ein Verstoß gegen das in der HGO vorgeschriebene Mitwirkungsverbot. „Wir sind selbst interessiert, eine Aufklärung dieser unerträglichen Anschuldigungen zu erreichen“, sagte SPD-Fraktionschef Reiner Heine in der Sitzung des Stadtparlaments am Montag. „Wir sehen dem Ergebnis sehr gelassen entgegen“, fügte er hinzu und kündigte an, selbst in dem Ausschuss mitzuarbeiten.

Die Aufklärungsbereitschaft Heines habe sich bisher anders dargestellt, meinte dagegen CDU-Fraktionschef Sebastian Stüssel. Er erwarte, dass ein Mitglied der Grünen-Fraktion den Ausschussvorsitz übernehmen werde, sagte er weiter. Dem Ausschuss werden voraussichtlich - entsprechend der Fraktionsstärke in der Stavo - sechs Mitglieder der SPD, drei von der Union und ein Mitglied der Grünen angehören. Der Stadtverordnetenvorsteher wird zur konstituierenden Sitzung des Ausschusses einladen. Dies hat laut Gesetz unverzüglich zu geschehen. (pdi)

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