Ehemaliges Sagaflor-Gebäude ist Unterkunft für 73 Flüchtlinge

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Neubeginn in Deutschland: Aisha Dadwan (von links), Abdalbari Akkad, Alaa Akkad mit Sohn Omar und Ehemann Ghassan Srour haben in ihrer Heimat Syrien alles zurückgelassen. Zurzeit lebt die Familie in Hertingshausen.

Baunatal. Im ehemaligen Sagaflor-Gebäude in Hertingshausen wohnen seit zwei Wochen Flüchtlinge - aktuell 73. Nach Abschluss der Umbauarbeiten könnten es 140 werden.

Noch sind die Handwerker im Haus, ein Großteil der Zimmer ist jedoch bereits fertiggestellt. Auf jeder Etage gibt es nun eine Küche, die sich die Asylbewerber teilen, und auch sanitäre Einrichtungen nutzen die Flüchtlinge - getrennt nach Geschlechtern - gemeinsam.

„Wir sind glücklich, endlich angekommen zu sein“, sagt Alaa Akkad. Die 30-jährige Syrerin lebt mit ihrem Mann, ihrem fünfjährigen Sohn, ihrem Bruder und ihrer Schwiegermutter in der Baunataler Unterkunft. Ihr Zimmer ist geräumig, übernachtet wird in Doppelstockbetten. Persönliche Dinge sucht man allerdings vergeblich. „Wir haben alles zurückgelassen“, erzählt die junge Frau.

20 Tage dauerte die Flucht von der bombenzerstörten Heimat bis nach Deutschland: In der Türkei stieg die Familie in ein marodes, überfülltes Schlauchboot, erreichte nach vier bangen Stunden Griechenland. Von dort aus ging es über Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich nach Deutschland. „Hier sind alle sehr bemüht, uns glücklich zu machen. Darüber sind wir sehr dankbar“, sagt Alaa Akkad.

Sie waren am Umbau beteiligt: Erwin Schramm (links) und Stefan Viezens von der kreiseigenen Firma Agil.

In der Flüchtlingsunterkunft, die vom Landkreis Kassel betrieben wird, kümmern sich zwei Sozialpädagogen um das Wohl der Asylbewerber. Diese stammen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Eritrea, Äthiopien und Jamaika. „Eigentlich ist das ein 24-Stunden-Job“, sagt Jens Doppe. Denn zurzeit beantworten er uns seine Kollegin Isabelle Krause nicht nur Fragen und helfen den Flüchtlingen bei den ersten Schritten im fremden Land, sie nehmen auch Spenden entgegen, organisieren freiwillige Hilfsangebote und packen auf der Baustelle mit an.

Zurück in ihre Heimat möchte die Familie von Alaa Akkad nicht. „Wir möchten sehr gern in Deutschland bleiben. Deshalb wollen wir so schnell wie möglich die Sprache lernen und arbeiten.“ Ihr Bruder möchte gern wieder studieren, und sie könne sich gut vorstellen, in ihrem alten Job als Konditorin tätig zu sein. Das Allerwichtigste sei jedoch, dass ihr Sohn ohne Angst aufwachsen kann.

Von Pamela De Filippo

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