Mooswände gibt es nur in Stuttgart

Baunatal spricht sich gegen Projekt zur Minderung von Feinstaub aus

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Pilotprojekt: In Stuttgart läuft ein Versuch mit Mooswänden. Das Grün soll die Feinstaubbelastung mindern.  

Baunatal. Die Stadt Baunatal spricht sich wegen mangelnder Ergebnisse gegen ein Projekt zur Minderung von Feinstaub aus. 

Die Diskussion über das Aufstellen einer Mooswand in Baunatals Innenstadt führte in der jüngsten Sitzung des Stadtparlamentes zu einer Debatte über die Belastung der Luft in Baunatal. Die Grünen mahnten Messungen an. Nach Auskunft der Ersten Stadträtin Silke Engler (SPD) gibt es aber durch das Land Hessen keine Auflagen für die Stadt zur Verminderung einer übermäßigen Schadstoffbelastung.

Die Vorgaben des Landes Hessen sagten, dass Baunatal keinen Container mit Geräten zur Messung von Schadstoffen aufstellen müsse, so Engler. „Das Land hat uns keine Auflagen gemacht.“

Grüne übten Kritik

Heftige Kritik war zuvor von den Grünen geäußert worden. Lothar Rost sagte: „In Baunatal wurden bisher keine Messungen durchgeführt.“ Somit wisse man gar nichts über die Luftbelastung. Und Fraktionskollege Edmund Borschel ergänzte: Von der Verwaltung gebe es beispielsweise keine Antworten dazu, wer überhaupt geprüft habe „und mit welchem Ergebnis“. Die Erste Stadträtin warf den Grünen hingegen vor, „polemisch Angst zu verbreiten“.

Eigentlich ging es in der Debatte um das Aufstellen von Mooswänden in der Innenstadt. Laut einer Vorlage aus dem Rathaus, die dem Parlament zur Beratung vorlag, hat der Magistrat geprüft, welche Plätze dafür in der VW-Stadt in Frage kommen. „Zwei Standorte an der Heinrich-Nordhoff-Straße wurden favorisiert.“ Ein derzeit laufender Modellversuch in Stuttgart sei allerdings noch nicht abgeschlossen, belastbare Ergebnisse lägen noch nicht vor. In Anbetracht der Kosten (rund 24 000 Euro plus Folgekosten) und dem nicht absehbaren Erfolg verzichte man derzeit auf die Umsetzung, so der Vorschlag der Verwaltung.

Mathias Finis (CDU) wollte dennoch an dem Vorhaben festhalten. „Ich halte es für eine optische Aufwertung der Stadt“, sagte er. Fraktionskollege Thomas Gerke kritisierte, dass die Stadt in dieser Frage nicht mutig und innovativ genug sei. Gegen das Aufstellen einer Mooswand zum jetzigen Zeitpunkt sprach sich SPD-Fraktionschef Reiner Heine aus. „Es gibt keine belastbaren Ergebnisse aus anderen Städten, wo solche Wände existieren“, so Heine. „Das ist uns heute keine 28 000 Euro wert.“ Reiner Oswad (FDP) unterstützte diese Auffassung. Die Stadt solle mit dem Geld nicht leichtfertig umgehen. Letztendlich stimmte nur die CDU für das Vorhaben, SPD, FDP und Grüne waren dagegen.

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