Baunatal wirbt um Fernbusse

Aktuelle Haltestelle: Die grünen Fernbusse der Firma „Mein Fernbus Flixbus“ fahren momentan den Busbahnhof Wilhelmshöhe (im Bild) und die Haltestelle an der Papierfabrik in Kaufungen an. Archivfoto: Fischer

Baunatal. Einen Fernbusbahnhof für Baunatal: Dieser CDU-Antrag fand im städtischen Magistrat am 15. Dezember eine breite Mehrheit. Nun hat die Stadt Kontakt zu Anbietern aufgenommen.

„Es wurde beschlossen, mit den Fernbusunternehmen in Kontakt zu treten", sagte Thomas Briefs, Pressesprecher der Stadt Baunatal, auf Anfrage der HNA. Es werde versucht, das Vorhaben zu unterstützen.

Als mögliche Orte für den Fernbusbahnhof sind das Ratioland, das Parkstadion und die Haltestelle Stadtmitte (ehemals ZOB) im Gespräch. „Diese werden geprüft“, so Briefs.

„Wir haben am 26. Januar die Fernbusunternehmen angeschrieben“, sagte Briefs. Welche genau, das wollte er nicht verraten. „Bei den drei Unternehmen handelt es sich aber um die Marktführer“, so Briefs. „Bisher haben wir noch keine Rückmeldung erhalten“, sagte Briefs.

„Es ist jetzt die Frage, ob die Busunternehmen Interesse haben“, sagte Andreas Mock, CDU-Vorsitzender in Baunatal, auf HNA-Anfrage. „Wir halten das für eine interessante Idee.“ Deshalb sei der Antrag eingebracht worden.

„Ich würde mich freuen, wenn es mit dem Fernbusbahnhof klappt“, sagte Mock. Die Stadt wäre mit einem Fernbusanschluss enger mit dem öffentlichen Verkehrssystem verknüpft. Zudem sei eine Fernbusverbindung auch ein Werbefaktor, sagte Mock.

Das kürzlich zum größten Fernbusunternehmen fusionierte „Mein Fernbus Flixbus“ hat kein größeres Interesse an einem Bahnhof in Baunatal. „Baunatal ist als Haltestelle für uns nicht optimal“, sagte Bettina Engert, Pressesprecherin von Mein Fernbus Flixbus, auf HNA-Anfrage. Es sei zu weit draußen und nicht optimal an das öffentliche Verkehrssystem angebunden.

„Wenn ein Fahrgast aus der Stadt erst eine Dreiviertelstunde zur Haltestelle herausfahren muss, dann stellt sich die Frage, ob das Angebot nicht an Attraktivität einbüßt“, sagte Engert. Zudem sei es schlecht, wenn für Passagiere Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel hinzukämen. Auch fahren kaum Fernbuspassagiere mit dem Auto zur Haltestelle.

„Deswegen hat für uns eine zentrale Lage mit gleichzeitiger guter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel Priorität“, sagte sie.

Bezüglich der bestehenden Haltestellen an der Papierfabrik in Kaufungen und am Bahnhof Wilhelmshöhe seien noch keine Entscheidungen gefallen. „Kritikpunkt ist in Kaufungen die fehlende Infrastruktur vor Ort und am Bahnhof Wilhelmshöhe die lange Anfahrtszeit“, so Engert. Momentan suche man in Gesprächen nach Lösungen.

„Nach der Fusion versuchen wir nun, die Fahrpläne zu harmonisieren. Deswegen werden die Papierfabrik und der Bahnhof Wilhelmshöhe in Kassel vorerst weiter angefahren.“ In Kassel war auch ein Alternativbahnhof in der Nähe des Auestadions im Gespräch. Foto: privat/nh

Von Frank Brauner

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