Investition von 1,35 Millionen Euro

Baunataler Aqua-Park: Sanierung fast beendet

Baunatal. Knapp ein Jahr hat es gedauert, Ende März, Anfang April soll das Freizeitbad im Baunataler Aqua-Park wieder öffnen. Massive Baumängel hatten Sanierungen nötig gemacht.

1,35 Millionen Euro investieren die Stadtwerke laut Erster Stadträtin Silke Engler (SPD) in die neuerliche Sanierung des Bades, bei dem Mitte 2013 urplötzlich die Baumängel aufgetreten waren.

Fliesen kamen im Bereich der Umläufe und im Erlebnisbecken hoch und platzten ab, Feuchtigkeit hatte sich im Untergrund ausgebreitet und griff sogar die Stahlbetonstützen des Aqua-Parks an.

Erst 2008 war das Freizeitbad für fünf Millionen Euro umfassend saniert worden. Doch dabei haben die Firmen nach Ansicht der Stadtwerke sowie eines anschließend vom Landgericht eingeschalteten Gutachters nicht sorgfältig gearbeitet. Wasser sei von den Beckenabschlüssen unter die Fliesen gelangt, erläutert Engler. Eine Sperre, die das verhindern hätte müssen, sei von den Firmen damals nicht eingebaut worden, sagt sie.

Bei der Untersuchung der Schäden entdeckten die Fachleute immer neue Mängel. So wurde das Freizeitbad am 4. Juni 2014 für den Badebetrieb geschlossen. In Absprache mit dem Gutachter habe sich die Stadt schließlich dazu entschlossen, alle Umläufe sowie das Erlebnisbecken bis auf den Untergrund zu öffnen und komplett zu erneuern, erläutert die Vizebürgermeisterin. „Wir wollten das dann aus einem Guss machen“, sagt sie. Lediglich das Schwimmerbecken blieb von dem unplanmäßigen Umbau verschont.

Boden neu: Patrick Becker von der Firma Grünwald aus Scheden verlegt neue Fliesen im Bereich der Kinderbecken.

Die Stadt nutzte die Schließung außerdem, später geplante Reparaturarbeiten und Verbesserungen beim Brandschutzes vorzuziehen. Unter anderem wurde die Abdichtung zum unter dem Bad liegenden Technikraum hinsichtlich des Brandschutzes verbessert. Und die Warmwasseraufbereitung für die Duschen wurde erneuert. Außerdem gibt es einen neuen Fönbereich neben dem Eingang des Aqua-Parks. in diese allgemeinen Arbeiten investierte die Stadt zusätzliche 125.000 Euro.

Trotz der jetzigen Sanierung habe sich das Bild des Bades kaum geändert, sagen Engler und Jürgen Grimm, Leiter der Baunataler Stadtwerke. Es seien die gleichen Materialien wie vor fünf Jahren verwendet worden. „Wir reparieren, wir sanieren nicht“, sagt Engler. „Die ständigen Gäste des Bades werden keinen Unterschied sehen.“

In den nächsten Wochen wird das Bad nun umfassend vom Baustaub gereinigt und die Technik wieder hochgefahren. Das wolle man nicht unter Zeitdruck erledigen, so die Erste Stadträtin. „Grundsätzlich freuen wir uns aber, wenn das Bad wieder in Betrieb geht.“

Parallel läuft ein Gerichtsverfahren vor dem Kasseler Landgericht gegen Firmen und Planer, die vor fünf Jahren an der Sanierung des Bades beteiligt waren. Von diesen, so Engler, wolle man eine Million Euro der jetzigen Reparaturkosten zurückbekommen.

Von Sven Kühling

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