Technologisches Herzstück moderner Autobeleuchtungen

Baunataler Beleuchtungsspezialisten bauen helles Licht für teure Wagen

Sorgt dafür, dass die Bestückungsautomaten die richtigen Bauteile bekommen: Jakob Klassen. Auf unserem Foto scannt er die auf einem Kunststoffband aufgeklebten elektronischen Winzlinge ab. Fotos: Koch (4) / nh

Baunatal. Die Wahrscheinlichkeit für Verbraucher, einem Produkt der Baunataler Herkules-Resotec Elektronik GmbH zu begegnen, ist groß und wächst schnell.

Zwar ist die Hochleistungselektronik nicht sichtbar, aber das, wofür sie entwickelt und gebaut wurde, umso mehr. Denn die Lichtprofis stellen die elektronisch gesteuerten LED-Leuchtsätze her, die der Lippstädter Beleuchtungskonzern Hella und andere Hersteller in Autoscheinwerfer, Rückleuchten und Blinker verbauen.

Das heißt: Das technologische Herzstück moderner Autobeleuchtungen für alle deutschen und viele ausländische Produzenten stammt von Herkules-Resotec. Und was seit 2001 – wie bei allen technischen Innovationen – zunächst nur in der automobilen Oberklasse begann, hat längst in der Golf-Klasse und selbst im Kleinwagensegment Einzug gehalten. Das erklärt die Umsatzsprünge, die der Baunataler Mittelständler in den kommenden beiden Jahren erwartet: jeweils 25 bis 30 Prozent. In diesem Jahr soll sich der Umsatz nach Angaben von Mitgeschäftsführer Ulrich Jonas bei zehn Mio. Euro einpendeln. Von dieser Entwicklung profitiert auch die Beschäftigung. Die Zahl der Mitarbeiter soll um fünf auf 57 steigen.

Das Geschäft mit hochwertiger LED-Leuchttechnik läuft also gut: auch weil die Form von Scheinwerfern und Rückleuchten und die Farbe des Lichts immer individueller werden. „Die Autobauer wollen, dass man ihre Fahrzeuge auch an der Beleuchtung erkennt. Dadurch nehmen Komplexität der Technik und die Individualität zu“, erklärt Mitgeschäftsführer Günter Reginka. Das Design bestimmt immer stärker das Geschäft. Je markanter, unverwechselbarer die Augen, desto besser.

Tagfahrlicht für ein Geländewagen: Die Leuchtdioden (Bildmitte) selbst sind nur drei mal drei Millimeter groß.

Was genau macht Herkules-Resotec? Stark vereinfacht bestückt das Unternehmen in hochautomatisierten Fertigungsstraßen streichholzschachtel-große bis 30 Zentimeter lange Platinen mit zugekauften Leuchtdioden und elektronischen Bauteilen, die mit dem bloßen Auge kaum zu sehen sind. Danach verklebt und verlötet es sie. Klingt simpel, ist es aber nicht. Denn die Elektronik muss für jeden Lampentyp neu berechnet und entwickelt sowie hochpräzise aufgebracht werden. Da geht es um hundertstel Millimeter.

Das Geschäft mit der Autoindustrie ist mit einem Umsatzanteil von 60 Prozent die größere Sparte, aber nicht die einzige. Sparte Nummer zwei ist die Automatisierungstechnik, zu der die Baunataler Elektronikspezialisten komplexe Steuerungs- und anwenderfreundliche Bedienungstechnik beitragen. Kunden sind neben Autokonzernen wie Volkswagen, Daimler, Peugeot und Nissan auch Anlagenbauer im Bereich der Kunststoffverarbeitung. Die Hochleistungselektronik – etwa für Notaus-Funktionen – entwickelt Herkules-Resotec natürlich selbst. „Unsere Produkte sind kundenspezifische Lösungen, die man nicht von der Stange bekommt“, erklärt Joachim Ernst, der dritte Geschäftsführer.

Hintergrund: Vor 30 Jahren gegründet

Ulrich Jonas und Günter Reginka gründeten das Unternehmen gemeinsam mit einem inzwischen ausgeschiedenen Partner 1985 an der Korbacher Straße in Kassel. 1996 kam Joachim Ernst dazu. Der Name Resotec steht für Real Time Software-Technik, also Echtzeit-Betriebssysteme, die in industriellen Prozessen Befehle in Sekundenbruchteilen ausführen und von außen nicht gehackt werden können. Die Automatisierungs- und Steuerungstechnik ist die Wiege des Unternehmens.

LEDs (Licht emittierende Dioden) sind wesentlich haltbarer als herkömmliche Leuchtmittel und verbrauchen sehr viel weniger Energie.

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