Höchstes Gremium des Konzerns

Baunataler Betriebsrätin Ulrike Jakob ab 6. April im VW-Aufsichtsrat

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Bald im Aufsichtsrat: Am 6. April soll Ulrike Jakob als Vertreterin der Arbeitnehmer in den Aufsichtsrat von VW gewählt werden. Ihren Posten als stellvertretende Betriebsratsvorsitzende in Baunatal behält sie bei.

Baunatal. Jetzt sind es nur noch wenige Tage, bis Ulrike Jakob dem obersten Gremium von einem der größten Autokonzerne der Welt angehört.

Am 6. April soll die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende aus dem VW-Werk Kassel in Baunatal in Hannover von den Delegierten der IG-Metall in den Aufsichtsrat von Volkswagen gewählt werden. Damit hätte der nordhessische Standort seit dem Ausscheiden von Betriebsratschef Jürgen Stumpf im Jahr 2012 ab Mai wieder ein Gesicht in dem mächtigen Kontrollorgan des Konzerns.

„Es ist eine persönliche Herausforderung“, sagt Jakob im Gespräch mit der HNA. Schnell wird deutlich, dass sie keine Angst vor der Aufgabe hat, dass sie aber mit dem gehörigen Respekt an die Sache herangeht. „Man ist Teil der Unternehmensführung“, sagt sie. „Sich das klar zu machen, das ist gewöhnungsbedürftig.“

Erfahrungen aus der langjährigen Betriebsratsarbeit in Baunatal und eine enge Zusammenarbeit mit Betriebsratschef Carsten Bätzold sollen bei allem helfen. „Es geht schließlich darum, nicht vor lauter Ehrfurcht einzuknicken“, sagt die 56-jährige Edermünderin.

Ulrike Jakob stellt sich darauf ein, mehr im Auto zwischen Kassel und Wolfsburg unterwegs zu sein. Manchmal müsse sie vielleicht auch zu außerordentlichen Sitzungen nach Stuttgart und Salzburg reisen, wo die Eigentümer-Familien Porsche und Piech ihre Domizile haben. „Aber so genau weiß ich das noch gar nicht.“

Trotz der wichtigen Themen – ein Büro in Wolfsburg werde sie nicht bekommen, erläutert Jakob. „Die Akten werde ich zuhause bearbeiten müssen. Mein Kollege aus Hannover hat sich in seinem Haus schon ein eigenes Büro eingerichtet.“ Die Arbeit komme jedenfalls zur bisherigen Aufgabe beim Baunataler Betriebsrat einfach obendrauf. „Das ist eine On-Top-Geschichte.“

Angesprochen worden sei sie in den vergangenen Wochen auf die Vergütung für den Aufsichtsratsposten, berichtet Jakob weiter. Die 100.000 Euro, die es pro Jahr gebe, führe sie genau wie das Sitzungsgeld zu 90 Prozent an die Gewerkschaft, genauer gesagt an die Hans-Böckler-Stiftung zur Unterstützung bedürftiger Studenten, ab. „Ich kann damit gut leben“, sagt die 56-Jährige. „Ich mache den Job für die Arbeitnehmer, und nicht, um reich zu werden.“

Ulrike Jakob geht davon aus, dass sie mit ihrer neuen Aufgabe auch für das Werk Kassel etwas erreichen kann. „Man hat formal andere Schulterklappen“, sagt sie. Ihren ersten Auftritt als VW-Aufsichtsrat hat Ulrike Jakob gleich am 10. Mai bei der Jahreshauptversammlung in Hannover. „Das passt“, sagt Jakob mit einem Augenzwinkern. „Da habe ich Geburtstag.“

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