Neue Arbeitsplätze

Baunataler Diakonie: Mit Schulung bessere Chancen

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Moderne Arbeitsplätze: Sina Bubenhagen testen im Bildungszentrum ihr Talent als Schneiderin. Ihr Kollege Marvin Keßler (Mitte) interessiert sich mehr für Lagerlogistik.

Baunatal. Die gut zwei Dutzend Beschäftigten Baunataler Diakonie Kassel haben jetzt neue und helle Arbeitsplätze, die für 320.000 Euro saniert wurden. Ein Blick auf den Neubau. 

Auch Menschen mit Behinderungen haben ehrgeizige Zukunftspläne. „Mein Traum ist es, einmal in der Modebranche zu arbeiten“, sagt Sina Bubenhagen.  Die 21-Jährige Beschäftigte der Baunataler Werkstätten probiert ihre Talente erst einmal in der Schneiderei aus. Ihr Kollege Marvin Keßler hat schon konkrete Pläne. „Ich will einmal einen Gabelstapler fahren“, sagt der junge Mann. Einen Hubwagen, so erzählt der 20-Jährige, könne er schon bedienen. 

Bubenhagen und Keßler gehören zu den gut zwei Dutzend Beschäftigten, die sich über mehr Platz und helle Arbeitsplätze im neuen Berufsbildungszentrum der Werkstätten der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) freuen können. Im bisherigen Schulungsbereich im Keller der Werkstätten ging es beengt zu.

Jetzt hell und freundlich: Für 320 000 Euro ist der Speisesaal umgestaltet worden.

Für rund 800.000 Euro hat die BDKS die ehemalige „Reste-Halle“ der Einrichtung in Baunatal umgebaut und modern ausgestattet. Jetzt wurde das Bildungszentrum und der für etwa 320.000 Euro umgebaute und renovierte Speisesaal im Rahmen einer Feierstunde eingeweiht. Das Land Hessen hat sich mit 75000 Euro am Speisesaal beteiligt. Der Landeswohlfahrtsverband ( LWV) hat die neue Lehrwerkstatt mit 360.000 Euro gefördert.

In dem Bildungszentrum können bis zu 30 behinderten Menschen ihre Talente ausprobieren, in verschiedene Berufszweige wie beispielsweise Büro- und Kommunikation, Schneiderei und Lagerlogistik oder handwerkliche Tätigkeiten hineinschnuppern sowie erste Qualifikationen erwerben.

Bildungsbegleiter stehen den Schülern zur Seite. „Unsere Beschäftigten haben einen Hunger nach Bildung“, sagte Pfarrer Joachim Bertelmann während der Feierstunde im neuen Speisesaal vor zahlreichen Festgästen. Eine gute Qualifizierung der geistig oder/und körperlich gehandicapten Menschen ist schon deshalb wichtig, weil die Werkstätten im Wettbewerb um Aufträge aus der Wirtschaft mit „normalen“ Unternehmen bestehen müssen. 

Hier werden handwerkliche Fähigkeiten ausprobiert: Simon Kaiser (19) hat Spaß an der Holzbearbeitung. Sein Bildungsbegleiter Matthias Birkholz ist mit dem jungen Mann zufrieden.

Auch für das Fernziel der BDKS, behinderte Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen, ist eine gute Schulung, die den Fähigkeiten der Beschäftigten angepasst ist, wichtig.

Der neue Speisesaal soll dafür sorgen, dass die Beschäftigten sich in den Pausen optimal erholen können. Der alte Saal stammte noch aus den 1980er-Jahren und litt vor allem unter einer schlechten Akustik. Ein neues Farbkonzept, Schalldämmung an Wänden und Decken sowie moderne,große Leuchten verbreiten nun ein freundliches, helles Ambiente. Man arbeite daran, dass „wir eine Kantine für alle werden“, sagte Bertelmann. Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) lobte die gute Zusammenarbeit mit der BDKS. Gerade habe die Stadt einen Verpackungsauftrag für die Werkstätten beschlossen.

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