Maßgeschneidertes Energiekonzept

Baunataler Hotel Ambassador: Gewinn für Klima und Bilanz

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Elektrischer Strom vom Dach: Carsten Eck zeigt die auf dem Hotel aufgeständerten Fotovoltaikpanele, die eine Leistung von 51 Kilowatt/Peak bringen.

Baunatal. Vor zehn Jahren hat das Baunataler „Best Western"-Hotel Ambassador ein maßgeschneidertes Energiekonzept entwickelt und bis heute weitgehend umgesetzt.

Wärmeschutzverglasung, Dämmung der Fassade, Blockheizkraftwerke und jetzt auch noch Fotovoltaik auf dem Flachdach, das kostet. Eine halbe Million Euro habe man schon investiert, sagt Geschäftsführer Carsten Eck. Doch die hohen Ausgaben hätten sich bereits ausgezahlt, sowohl für das Klima als auch für die Unternehmensbilanz.

Für jeden investierten Euro hat Eck nach seinen Berechnungen schon 1,50 Euro zurückbekommen. Denn in zehn Jahren habe man insgesamt eine Dreiviertelmillion an Energiekosten gespart. Statt früher zwei Millionen Kilowattstunden benötige man heute nur noch knapp die Hälfte an elektrischem Strom und Wärme, sagt der Hotelier. Gleichzeitig vermeide man so den Ausstoß von 300 Tonnen des Klima-Killers Kohlendioxid. „Wir wollen das klimafreundlichste Hotel Nordhessens werden.“

„Tourismusregion“ 

Fassade mit neuem Gesicht: Die Betonplatten sind hinter einer Dämmung verschwunden.

Für Eck war das Energiekonzept vor allem ein Gebot der wirtschaftlichen Vernunft. „Damals wurde klar, dass die Energiepreise nur noch nach oben gehen werden“, sagt er. Außerdem sei Baunatal eine aufstrebende Tourismusregion, die auf saubere Luft angewiesen sei. Da müssten auch die Unternehmer selbst ihren Beitrag leisten. „Was wir gemacht haben, kann im Prinzip jedes Hotel tun“, meint der Geschäftsführer.

Das „Ambassador“ hatte allerdings auch ein hohes Einsparpotenzial: Der vierstöckige Bau mit seinen 250 Betten wurde Anfang der 1980er-Jahre errichtet und entsprach längst nicht mehr den modernen energetischen Anforderungen. Eck ließ nach und nach die Holzfenster durch eine Dreifach-Wärme-Schutzverglasung ersetzen. Die alte Heizung wich einem mit klimaneutral erzeugtem Gas betriebenen Blockheizkraftwerk, das Strom und Wärme zugleich erzeugt, und Brennwert-Heizkesseln, die energiesparend zusammengeschaltet werden können. Die Beleuchtung wurde auf moderne LEDs umgestellt. Zuletzt hat Eck aufs Dach eine Fotovoltaikanlage setzen lassen, die vor allem die Klimaanlage versorgt, wenn draußen die Sonne heiß vom Himmel brennt. Bewusst habe er auf die - inzwischen ohnehin ausgelaufene - Einspeisevergütung verzichtet, sagt Eck. Dieses Subventionssystem lehne er ab, weil alle Stromkunden die Investitionen der Fotovoltaikbesitzer bezahlen müssten, erklärt er.

Ecks Blick geht noch weiter nach vorn. Er möchte Ladestationen für E-Bikes und Elektromobile einrichten. Das Hotel arbeite in einem Forschungsprojekt zur Zukunft der Elektromobilität mit der Uni Frankfurt zusammen, sagt er.

Von Peter Dilling

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