An Baunataler Hunsrückstraße entsteht gigantisches Hochwasser-Rückhaltebecken

Großbaustelle: Horst Brixel (links) und Hartmut Wicke vom Abwasserverband Baunatal-Schauenburg (VAH) informieren sich vor Ort über den Baufortschritt. Foto: De Filippo

Baunatal. Zwischen Kirchbaunaer Kreisel und Hauptfriedhof rollen seit einigen Wochen schwere Baufahrzeuge. Bis Juni 2017 soll dort ein Hochwasser-Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 100.000 Kubikmetern Wasser entstehen: ein Mammut-Projekt.

Das letzte gravierende Hochwasser liegt in Baunatal schon einige Jahre zurück. 1992 hatten Überschwemmungen große Schäden - vor allem im Bereich der heutigen Baunataler Diakonie Kassel - angerichtet. „Dank des neuen Rückhaltebeckens wird dies garantiert nicht mehr vorkommen“, sagt Hartmut Wicke, Geschäftsführer des Verbands für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz Baunatal-Schauenburg (VAH).

Großaufgebot an Baumaschinen: Allein der Damm für das neue Rückhaltebecken an der Hunsrückstraße wird 660 Meter lang werden. Die Gesamtfläche des Bauplatzes ist etwa so groß wie zwei Fußballfelder. Foto: Naumann

Das 5,3 Millionen Euro teure Bauprojekt ist das letzte Puzzleteil eines umfassenden Hochwasserschutzkonzepts: Fertiggestellt sind der Polder Schefferfeld vor dem Stadtteil Altenritte, das Rückhaltebecken Katzenmühle bei Elgershausen sowie kleinere Schutzmaßnahmen in Kirchbauna und Guntershausen. „Damit verfügen wir über einen flächendeckenden Hochwasserschutz“, sagt Wicke.

Viel hat sich auf dem Gelände an der Hunsrückstraße bereits getan. Überall wird Erde abgetragen, die dann für den 660 Meter langen Damm verwendet wird. Schicht für Schicht wird das Material aufgebracht, verdichtet und geebnet. Am Ende wird der Wall bis zu 4,70 Meter hoch sein. Parallel dazu werden aktuell neue Gas- und Wasserleitungen sowie ein Abwasserkanal verlegt, da der Verlauf der alten Röhren geändert werden musste.

Dort, wo ein neues Betriebsgebäude entstehen soll, untersucht zurzeit ein Kampfmittelräumdienst den Boden. „An dieser Stelle könnte sich noch Munition befinden“, erklärt Horst Brixel, technischer Leiter beim VAH. Ist der Bereich freigegeben, können die aufwendigen Arbeiten weitergehen. Denn da der Boden nicht tragfähig genug sei, müssten Pfähle zwölf Meter tief in den Boden eingelassen werden.

Die bisherigen Fuß- und Radwege müssen für das Rückhaltebecken übrigens weichen: Auf der Dammkrone wird ein neuer, beleuchteter Weg entstehen, der Altenbauna mit Kirchbauna verbindet. Doch auch während der Bauarbeiten sind die Stadtteile per Fuß und Rad erreichbar - entweder entlang des Bauzauns an der Kirchbaunaer Straße oder über den Weg an den Kleingartenanlagen. Der benachbarte Friedhof wird während der Bauarbeiten durch einen dichten Holzzaun abgeschirmt. „Und natürlich nehmen wir auch Rücksicht, wenn dort Beerdigungen stattfinden“, sagt Horst Brixel.

Von Pamela De Filippo

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