Baunataler „Kaffeebrücke“ spendet Gewinn an Waisenhaus in Uganda

+
Kaffeeverkäufer für den guten Zweck: Florian Otto (von links), Carolin Weißhaar und Carolin Wiegand unterstützen ein Waisenhaus in Uganda.

Baunatal. Mit jeder Tasse Kaffee am Morgen kann man etwas Gutes tun - zumindest mit den Sorten Patus Kaffee und Davus Espresso. Diese beiden Kaffeesorten gibt es bei der Baunataler „Kaffeebrücke“. Der gesamte Erlös fließt zurück nach Uganda.

Ein fröhlicher Junge und ein kleines Mädchen strahlen auf dem Etikett der Verpackung: Patus Kaffee und Davus Espresso, das sind zwei afrikanische Kaffeesorten, die Carolin Weißhaar und Carolin Wiegand in möglichst großer Menge in Deutschland verkaufen wollen. Nicht um etwas zu verdienen, sondern um Gutes zu tun.

Die beiden angehenden Wirtschaftsingenieurinnen, die gerade an der Uni Kassel ihre Masterarbeit schreiben, wollen mit ihrem Geschäft, der „Kaffeebrücke“, arme Waisenkinder in Uganda und kleine Kaffee-Anbauer in dem ostafrikanischen Staat unterstützen. Ihre Verkaufszentrale haben sie im Coworking-Büro von Florian Otto in Baunatal eingerichtet. Otto stellt auch kostenlos den Lagerraum zur Verfügung.

„Wir spenden unseren gesamten Gewinn an das Malayaka-Waisenhaus in Uganda“, sagt Weißhaar. Der Kaffee werde von einer Frauenkooperative angebaut und geerntet, dann in der Sonne getrocknet und in einer kleinen Rösterei in der Hauptstadt Kampala weiterverarbeitet.

„So bleibt die gesamte Wertschöpfung in Afrika“, erläutert die Studentin Weißhaar. Sie ist vor sechs Jahren auf das Waisenhaus in der Nähe des ugandischen Flughafens Entebbe und die Kaffeepflanzer aufmerksam geworden. Nach dem Abitur ging sie nach Uganda, um ein Projekt zu suchen, in dem sie ehrenamtlich mitarbeiten konnte.

Im Malayaka-Waisenhaus leben über 40 Kinder. Das Konzept der Einrichtung, die Kinder das Haus selbst verwalten und selbst bewirtschaften zu lassen, habe sie überzeugt, sagt Weißhaar. Beispielsweise betrieben die Bewohner ein Café, das von der Frauenkooperative einer Kaffeeplantage beliefert werde. Den Frauen gehörten nur ganz kleine Parzellen. Davon hat sich Weißhaar zuletzt bei einem Besuch vor Ort überzeugt.

Sie habe zunächst versucht, durch die Gründung eines Vereins in Kassel Spenden für das Waisenhaus zu sammeln, erzählt die gebürtige Schauenburgerin. „Ich habe aber schnell gemerkt, wie schwer das ist“, sagt die Studentin. Dann kam sie gemeinsam mit Wiegand und Otto auf die Idee, ein Geschäft für den guten Zweck aufzumachen. Otto stellte ein Büro seines Coworking, wo man Arbeitsplätze auf Zeit mieten kann, kostenlos zur Verfügung und half beim Internetauftritt und den Zollformalitäten.

Den Kaffee vertreibt das Trio fast ausschließlich über das Internet. Samstags werden die Bestellungen verschickt. Man habe schon viele Kunden aus Kassel und sogar München gewonnen, in der Bar „Beiunz“ am Kirchweg in Kassel werde er auch ausgeschenkt. „Der Kaffee ist sehr aromatisch und magenfreundlich“, schwärmt Wiegand. Fünf Euro pro Packung sollen an das Waisenhaus gehen. Die Drei planen, noch in diesem Jahr einen Verein zu gründen.

Kontaktwww.kaffeebruecke.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.