Betriebsversammlung: VW stockt weiter auf

Baunatal. Dem VW-Werk Kassel in Baunatal geht es gut. Das ist das Fazit von Betriebsrat und Werkleitung bei der Betriebsversammlung am Dienstag vor 4500 Beschäftigten.

Im Jahr 2015 werde es noch mehr Arbeit geben, sagte Betriebsratschef Carsten Bätzold im Gespräch mit der HNA. Das werde auch zu mehr Beschäftigung führen.

Konkret steht fest: 76 Leiharbeiter werden im ersten Quartal 2015 auf feste Stellen übernommen. 750 Leiharbeitsverträge werden im nächsten Jahr verlängert. Insgesamt verzeichnet Volkswagen dann noch 1200 Frauen und Männer in Zeitarbeit am zweitgrößten deutschen Standort mit aktuell 16 600 Beschäftigten.

„Wir werden mehr als genug zu tun haben“, sagte Bätzold. Man werde schon dieses Jahr versuchen, erstmalig die Grenze von vier Millionen Getrieben zu knacken. „Wir blicken zuversichtlich in das Jahr 2015.“

Personalchef Dr. Michael Ritter warnte allerdings davor, solche positiven Nachrichten „als Selbstverständlichkeit“ anzusehen. Es sei nicht immer zu erwarten, dass beispielsweise Leiharbeiter übernommen werden, sagte er. Ritter verwies auf das vom Vorstand angestoßene Effizienzprogramm. In Baunatal sei man in der guten Position, Sparvorschläge selbst zu erarbeiten. „Wir machen das mit breiter Beteiligung der Belegschaft“, so der Personalchef. Einzelheiten, wo die Abteilungen konkret sparen können, nannte Ritter indes nicht. „Wir sind noch im Prozess der ersten Ideen.“

Carsten Bätzold

Betriebsratschef Carsten Bätzold geht jedenfalls davon aus, dass 2015 noch mehr Leiharbeiter auf eine feste Stellen rutschen. Mögliche Einstellungen stünden auch nicht im Widerspruch zum Effizienzprogramm. „Die Arbeit ist da und muss gemacht werden. Das Effizienzprogramm soll Geld für wichtige Investitionen freispielen, zum Beispiel in umweltfreundliche Antriebe, die Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte.“

Die Entwicklung neuer Antriebe, etwa im Bereich der Elektromotoren, könnte für Baunatal tatsächlich immer wichtiger werden. Offenbar sorgt schon jetzt der nagelneue Golf GTE Plug-In-Hybrid für deutliche Nachfrage. „Die Bestellungen kommen“, sagte Bätzold. Der GTE werde wohl die reinen E-Antriebler Golf und Up bei den Stückzahlen deutlich überholen.

Werkleiter Rudolph will diesen Aufwind nutzen. Er wolle, dass Baunatal das Leitwerk im Konzern für die E-Mobilität werde, sagte er während der Betriebsversammlung. Nimmt man die Stimmung bei Management und Betriebsrat als Gradmesser, stehen die Chancen dafür gut.

Von Sven Kühling

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