Gertrudenstift in Großenritte

Bewohner verägert: Stolperfallen vor Seniorenheim

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Noch nicht fertig: 27 neue Wohnungen sind am Gertrudenstift in Großenritte entstanden. Die schlechten Wege zu dem neuen Komplex sorgen bei manchen Senioren für Probleme.

Baunatal. Seit April haben zahlreiche ältere Menschen ihre schönen, neuen Appartements im Altenpflegeheim Gertrudenstift in Großenritte bezogen.

27 Wohnungen gibt es in dem neuen Komplex zum „Betreuten Wohnen“ oberhalb der Stadt Baunatal. Doch jetzt wird Kritik an dem Träger laut. Weil beispielsweise die Wege noch nicht fertig seien, kämen die Bewohner ohne fremde Hilfe gar nicht mehr raus, sagt eine HNA-Leserin, die eine Bekannte im Gertrudenstift betreut.

„Meine Bekannte kommt gar nicht raus aus dem Haus“, sagt die Frau besorgt. Sie habe mehrere ältere Menschen beobachtet, die das gleiche Problem hätten. Matsch und Schotter machten ein selbstständiges Laufen der Senioren auf den Wegen nahezu unmöglich. Die Bewohner seien fast eingesperrt in der neuen Wohnanlage, bemängelt die Baunatalerin.

3,8 Millionen Euro hat der Verein Ev. Luth. Gertrudenstift in den Bau der 27 barrierefreien Wohnungen investiert. Appartements von 52 bis 107 Quadratmeter stehen zur Verfügung.

„Wir hatten einen Wasserschaden im Haus. Das hat uns acht Wochen zurückgeworfen“, erläutert Geschäftsführer Martin Mittelbach. Der von der Sanitärfirma verursachte Schaden habe zu Verzögerungen auch bei den Arbeiten im Außenbereich geführt.

Die Baunatalerin kritisiert indes den frühen Einzugstermin der Bewohner im vergangenen April. Obwohl die Wege rund um die Anlage noch nicht fertig gewesen seien, habe der Träger die volle Miete kassiert, sagt die Frau. „Auch im Innenbereich ist das Haus teilweise noch eine Baustelle.“

Diese Kritik lässt Geschäftsführer Martin Mittelbach allerdings so nicht stehen. Der Träger habe den Mietern bereits die halbe Kaltmiete vom April zurücküberwiesen, unterstreicht er. In der vergangenen Woche habe sich der Vorstand dazu entschlossen, auch die halbe Mai-Miete zurückzuzahlen.

Mittelbach ist wichtig, dass die Situation für die Bewohner stetig verbessert wird. „Wir lassen nichts aus und unversucht“, betont der Geschäftsführer nachdrücklich. Auch das hauseigene Personal arbeite stetig an Lösungen. Der Weg zu dem neuen Komplex werde jetzt beispielsweise provisorisch mit einer wassergebundenen Decke versehen. „Der ist dann auch mit Rollatoren zu begehen.“

Letztendlich werde der Weg gepflastert. Der Gertrudenstift-Chef geht davon aus, dass es bis zur kompletten Fertigstellung der Anlage noch acht Wochen dauern wird.

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