Blick in die Baunataler Kläranlage: Kraftwerk und Waschmaschine

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Ungewöhnliche Aussicht: Auf dem Faulturm kann man alle Bereiche der Kläranlage Kirchbauna überblicken. 

BaunataL/Schauenburg. Die Kläranlage ist ein Sinnbild für den Aufschwung der Stadt Baunatal und die enger werdende Zusammenarbeit der VW-Stadt mit der Nachbargemeinde Schauenburg

Die beiden Kommunen taten sich vor 50 Jahren zusammen, um die Kläranlage in Kirchbauna gemeinsam zu betreiben. Heute arbeiten Baunatal und Schauenburg auch beim Hochwasserschutz eng zusammen.

Als Schlusspunkt mehrerer millionenschwerer Projekte wird gerade das Hochwasserrückhaltebecken an der Hunsrückstraße gebaut. Die Gründung des Verbands für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz Baunatal-Schauenburg wird am Samstag, 26. September, mit einem Tag der offenen Tür und Führungen durch die Betriebsgebäude und die einzelnen Klärstufen gefeiert.

Ein Besuch der Kläranlage lohnt sich. Denn sie ist in den vergangenen Jahren mit einem Kostenaufwand von etwa 600 000 Euro aufgerüstet und auf den neuesten technischen Stand gebracht worden: Die Betonwände der Nachklärbecken wurden saniert, die chemische und biologische Reinigungsstufe verbessert. So gelangt jetzt weniger Phosphat über den Vorfluter in die Bauna.

Zuletzt war die Anlage rund sieben Jahre lang in mehreren Abschnitten, bis 1993, für insgesamt rund 19 Millionen DM (9,5 Millionen Euro) erweitert und modernisiert worden.

Die Kläranlage ist zudem Kraftwerk und Waschmaschine in einem: Die im Faulturm rottenden Feststoffe aus der Klärung bilden Biogas, das in zwei modernen Blockheizkraftwerken verfeuert wird. Auf diese Weise decke das Klärwerk etwa zwei Drittel seines Energiebedarfs selbst, sagt Klärwerksleiter Johann Steiner. Die benötigte Prozesswärme wird sogar vollständig selbst erzeugt.

Kapazitätsprobleme gibt es in der Kläranlage nicht. Sie ist laut Verband auf 40 000 sogenannte Einwohnergleichwerte ausgelegt. „Da ist noch Spielraum nach oben“, meint Steiner. Den Anschluss der vielen neuen Baugebiete dürfte die Anlage daher gut verkraften. Und wenn einmal ein Starkregen für eine außergewöhnlich große Wasserflut sorgt, kann ein Teil davon in einem speziellen Regenüberlaufbecken gespeichert werden.

Hinzu kommt, dass nicht alle Ortsteile Baunatals und Schauenburgs an das Klärwerk Kirchbauna angeschlossen sind: Guntershausen hat seine eigene Kläranlage, genauso wie das Volkswagenwerk. Rengershausen ist an die Kasseler Kläranlage, Hertingshausen an die Kläranlage Grifte angeschlossen.

Die Schauenburger Ortsteile Martinhagen und Elmshagen leiten ihre Abwässer in die Kläranlage Breitenbach.

 

Tag der offenen Tür in der Kläranlage Kirchbauna, Samstag, 26. September, 11 bis 15 Uhr (offizielle Eröffnung und anschließend Führungen).

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