Sondierung bis Ende Oktober

Blindgänger-Suche im Neubaugebiet geht weiter: Vorerst kein Hausbau

Nadel im Heuhaufen: Die roten Flächen zeigen Bereiche, in denen sich Blindgänger befinden könnten. Das Bild stammt von vorherigen Messungen. Nun muss noch einmal sondiert werden – mit einem teureren und aufwendigeren Verfahren. Repro: HNA

Baunatal. Noch bis in den späten Herbst wird es dauern, bis mit dem Hausbau im Neubaugebiet Akazienallee in Altenbauna frühestens begonnen werden kann. Der Grund: Blindgänger.

Bislang ist Lage in Sachen Blindgänger auf dem 29.000 Quadratmeter großen Areal völlig unklar. Während des Zweiten Weltkrieges gab es am Baunsberg Flakstellungen, in der Nachbarschaft die Henschel-Flugmotorenwerke. „Vermutlich wurden hier Bomben abgeworfen“, sagt Jürgen Grimm, Leiter der Stadtwerke Baunatal. Die Wahrscheinlichkeit von Blindgängern sei relativ hoch.

Aber: Alle Suchverfahren, die seit April hier angewandt wurden, haben zu keinem brauchbaren Ergebnis geführt. „Bislang gibt es keine konkreten Verdachtspunkte, sondern eher Verdachtsflächen“, sagt Grimm. Das mache gezielte Grabungen unmöglich.

Grund für die diffusen Messergebnisse sei ein hoher Eisenoxidanteil im Boden, der vor allem im Zusammenhang mit Basaltgestein stehe. Anders gesagt: „Bislang war nicht unterscheidbar, was Gestein und was ein Blindgänger sein könnte“, sagt Grimm.

Testläufe hatten Erfolg 

Das soll sich jetzt ändern - mit einem völlig neuen Sondierungsverfahren. „Wir suchen nun nach Metall und messen gleichzeitig die Leitfähigkeit des Bodens“, sagt Grimm. Testläufe mit zuvor vergrabenen Bomben-Attrappen hätten zu positiven Ergebnissen geführt. Der Nachteil daran: Das neue Verfahren wird um ein Vielfaches teurer sein. Bislang wurden rund 10 000 Euro in die Bombensuche am Fuße des Baunsberges gesteckt. Der Vorteil: Ein noch teureres Abtragen von Boden bleibt der Stadt durch das neue Verfahren erspart.

Für die inzwischen dritte Suchrunde wird die Stadt erneut ein Fachunternehmen beauftragen. „Die Ausschreibung wird frühestens nächste Woche rausgehen. Dann werden eingehende Angebote geprüft, bis dann Ende September der Auftrag vergeben werden kann“, sagt Grimm.

Sondierung bis Ende Oktober 

Die eigentliche Sondierung werde dann noch einmal bis Ende Oktober dauern. „Wenn dabei erneut Verdachtspunkte auftauchen, müssen wir gezielt graben.“ Absolut sicher vor Blindgängern sei die Fläche daher erst gegen Ende November, wenn alle Verdachtspunkte geprüft worden seien. „Ob sich wegen des nahenden Winters dann noch der Hausbau in diesem Jahr lohnt, ist fraglich“, sagt Grimm.

Vorgesehen ist, die Fläche an der Akazienallee an eine Wohnungsbaugesellschaft zu verkaufen. Später soll hier Wohnraum für 200 bis 250 Menschen entstehen. Bislang gebe es noch keine Planentwürfe, sagt Grimm. Auch ein Investor habe sich noch nicht gefunden.

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