Mit Pizzamesser lebensgefährlich verletzt 

Blutiger Nachbarschaftsstreit: Angreifer will aus Notwehr gehandelt haben

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Hier eskalierte der Nachbarschaftstreit: Die beiden Männer leben in dem Mehrfamilienhaus in Rengershausen.

Baunatal. Ein Streit zwischen zwei Nachbarn im Baunatalert Stadtteil Rengershausen ist am Montag eskaliert. Ein  63-jähriger Bewohner sagt, er habe sich mit einem Pizzamesser nur gegen die Axt-Attacke seines  44-jährigen Nachbarn gewehrt.

Wahrscheinlich sei sein Nachbar im „Drogenwahn“ gewesen, sagte der 63-jährige Joachim G. aus Rengershausen, nachdem er am Dienstag das Polizeipräsidium in Kassel wieder verlassen durfte. Im Gewahrsam musste Joachim G. die Nacht verbringen, weil er seinen 44-jährigen Nachbarn am Montagabend mit einem Pizzamesser in den Oberkörper gestochen und dabei lebensgefährlich verletzt hatte.

Das Blut im Eingangsbereich des Drei-Familienhauses in Rengershausen war am Dienstagnachmittag noch nicht weggewischt worden. 

„Aus Notwehr“ habe er gehandelt, beteuert Joachim G. am Tag nach dem blutigen Nachbarschaftsstreit. Der 44-Jährige habe am Montagabend an seine Wohnungstür geklopft. Er habe gerade Pizza gegessen und mit dem Pizzamesser in der Hand die Tür geöffnet, schildert der 63-Jährige. Da habe der Nachbar, der seit etwa einem Jahr in der Wohnung unter ihm wohnt, schon eine Axt geschwungen, um ihn zu treffen. Mit dem Messer sei dann „alles nur Reflex“ gewesen.

Joachim G. geht davon aus, dass sein Nachbar der Auffassung gewesen ist, dass er ihn beim Vermieter verpetzt habe, Strom im Keller abzuzapfen. Der Energieversorger habe dem 44-Jährigen nämlich den Strom abgestellt. Wegen des Stroms sei es im Vorfeld auch zu einem Streit zwischen dem 44-Jährigen und dem Vermieter gekommen. Er habe den Nachbarn aber nicht wegen des Stromdiebstahls angeschwärzt. Er habe ja ihn auch nicht angezeigt, obwohl er den Balkon voller „Gras“ gehabt habe.

Joachim G. berichtet, dass er sich bis zum Montagabend eigentlich nie mit dem Mann gestritten habe. Allerdings sei sein 20-jähriger Sohn wiederholt von dem Nachbarn bedroht worden.

„Die Welt wird immer kränker“, sagt der 63-Jährige. „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Er glaube aber nicht, dass sein Nachbar in das Mehrfamilienhaus zurückkehre, wenn er das Krankenhaus wieder verlassen darf. Angst habe er jedenfalls nicht. „Ich bin ein alter Sack. Was will man da noch sagen?“

Er habe aus Notwehr gehandelt: Der 63-jährige Joachim G. beantwortete der HNA und dem hr Fragen zu dem Streit mit seinem Nachbarn.

Die Menschen in der Nachbarschaft waren am Montagabend jedenfalls ziemlich erschrocken über den blutigen Streit der beiden Männer. „So etwas Brutales gehört hier nicht in die Nachbarschaft rein“, sagt eine 43-jährige Frau. Der Triftweg habe sich in den vergangenen Jahren erheblich verjüngt, hier lebten mittlerweile viele Familien mit Kindern. Ihren Kindern habe sie jetzt erst einmal erklären müssen, was da im Nachbarhaus passiert sei. Eigentlich habe sie mit so etwas hier nicht gerechnet. „Deswegen wohnt man doch in so einem Dorf“, sagte die Frau.

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