Rathaus hatte lange keine Angaben gemacht

Brand in Baunataler Obdachlosenunterkunft: Es gab keine Rauchmelder

Baunatal. In der Obdachlosenunterkunft an der Niedensteiner Straße in Großenritte, in der es vor vier Wochen gebrannt hat, waren keine Rauchmelder installiert.

Das sagte Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) am Dienstag auf Nachfrage der HNA. Bei dem Feuer war keiner der insgesamt sechs Bewohner verletzt worden.

Bis zum vergangenen Wochenende hatte sich das Rathaus – auch auf Anfrage unserer Zeitung – überhaupt nicht zur Ausstattung des Hauses mit Rauchmeldern geäußert. Auch am Montagabend in der Sitzung des Baunataler Stadtparlamentes hatte es auf Nachfragen der Stadtverordneten Lothar Rost (Grüne) und Nicole Mock (CDU) keine präzisen Angaben zu der Zahl der Brandmelder in dem Gebäude gegeben. „Die Zahl habe ich nicht hier“, sagte Schaub (SPD).

Der Bürgermeister räumte allerdings ein, dass es Versäumnisse der Stadt bei der Überprüfung der Brandmeldeanlage gegeben habe. „Nach der Übergabe des Gebäudes wurde die Elektroinstallation durch einen Fachbetrieb geprüft. Die zusätzliche Kontrolle durch unser Haus wurde an dieser Stelle nicht ausreichend wahrgenommen“, sagte er auf die kritischen Fragen Rosts und Mocks.

Die HNA fragte deshalb am Dienstag im Rathaus nochmal nach der genauen Anzahl: „Es gab keine Rauchmelder da drin“, sagte Schaub schließlich.

Das Feuer in dem von der Stadt für die Unterbringung von Obdachlosen genutzten Haus an der Niedensteiner Straße war am 18. Januar ausgebrochen. Die Unterkunft wurde insgesamt von sechs Personen bewohnt, darunter war ein Kleinkind. Die Bewohner, ein deutsches Paar und eine Familie mit Kindern aus dem Ostblock, wurden dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr gerettet.

Nach Paragraf 13 der Hessischen Bauordnung ist jeder Vermieter zum Einbau von Rauchmeldern in Wohnungen und Häusern verpflichtet. Nach der Vorschrift sollten sie in Schlafzimmern sowie in Fluren, die als Rettungsweg dienen, installiert sein.

Das Gebäude werde nicht weiter als Obdachlosenunterkunft genutzt, erläuterte der Bürgermeister weiter in der Fragestunde des Parlaments. „Die Wohnungen werden voraussichtlich im März 2017 für andere Mieter wieder bezugsfertig sein. Die Übergabe erfolgt nach Abnahme der Leistungen des Fachbetriebs durch den Fachbereich Bau und Umwelt.“

Rubriklistenbild: © Dilling

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