Haus der Begegnung: Brandstiftung nach Teeranschlag

Neues Haus mit Flecken: Auch auf der Front zum Marktplatz, oberhalb des Cafés, ist die Verschmutzung zu erkennen. Nur zwei Tage nach der Bitumen-Attacke gab es in dem Gebäude eine Brandstiftung. Fotos: Kühling

Baunatal. Die Verschmutzung aller Fassadenteile des Hauses der Begegnung am Baunataler Marktplatz mit einer Bitumenmasse vor gut einer Woche war nicht die einzige Attacke gegen das Gebäude oder die Nutzer.

Nach Informationen der HNA gab es nur zwei Tage später eine Brandstiftung in einem Abstellraum des Hauses, das die Stadt jüngst erst für 2,5 Millionen Euro frisch saniert hatte und in dem die Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) Hauptmieter ist.

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Den Vorfall mit dem Brand am 17. September bestätigt Polizeisprecher Torsten Werner auf Anfrage. Ein Unbekannter, der gegen 20 Uhr durch eine offen stehende Tür auf der Rückseite in das Haus eingedrungen sein muss, steckte in dem Abstellraum mehrere Rollen Toilettenpapier an, berichtet der Sprecher. Einem Mitarbeiter in dem Gebäude sei der Brandgeruch aufgefallen. Dieser habe die glimmenden Rollen schließlich entdeckt und nach draußen befördert. „Die Feuerwehr musste nicht mehr eingreifen.“

Immer noch verdreckt: Ein Gutachter soll nun den genauen Umfang des Schadens feststellen.

Die Tür auf der Rückseite ist laut Werner normalerweise elektronisch gesichert. Mitarbeiter, die zum Rauchen hinausgehen, hätten aber eine Fliese in die Tür gestellt und vergessen, diese später herauszunehmen. So sei der Täter unbemerkt in das Gebäude gelangt.

Und noch weitere, kleinere Vorfälle hat es gegeben. Nach Angaben von Claudia Lieberknecht, Pressesprecherin der BDKS, wurde das Gebäude am Tag vor der Bitumenattacke wohl mit Eiern beworfen. „Wir haben jedenfalls Eier auf einem Balkon gefunden“, sagt sie. Einen ähnlichen Vorfall gab es schon einmal Anfang des Jahres, wie Polizeisprecher Torsten Werner ergänzt. Auch da seien Eier geworfen worden. Es habe allerdings keinen Sachschaden gegeben. Somit habe man keine Anzeige erstattet.

Und gibt es einen Zusammenhang zwischen den ganzen Taten? Handelt es sich möglicherweise um Racheakte? „Hinweise auf einen Zusammenhang liegen nicht vor“, so der Polizeisprecher. „Wir können das aber auch nicht zu hundert Prozent ausschließen.“

Die Stadt Baunatal jedenfalls hat weiter mit den Folgen zu kämpfen. Das Bitumen hat sich so tief in den Putz gefressen, dass das Gebäude möglicherweise neu eingerüstet und verputzt werden muss.

Ein Gutachter sei beauftragt worden, um den Umfang der Beschädigung festzustellen, erläutert Stadtsprecher Thomas Briefs. „In 14 Tagen wissen wir, wie die Sanierung aussieht.“ Das Rathaus geht von Sanierungskosten von etwa 40.000 bis 50.000 Euros aus.

Eigentümerin des Gebäudes ist die Stadt. Hauptmieter ist die BDKS (früher Baunataler Werkstätten), die jüngst in den Räumen auch ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Untergebracht sind des Weiteren die Kirchengemeinde Altenbauna samt Kinder-Kleiderladen sowie eine Bäckerei, die auch ein Café betreibt.

Von Sven Kühling

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