Stahlträger kosten 650.000 Euro

Brücken der A49: 100 Tonnen Stahl gegen das Absacken

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Wurde jüngst noch einmal verstärkt: Die Brücke über der Zufahrt zum VW-Werk bei Rengershausen erhielt zusätzliche Stahlträger. Diese sollen im Notfall ein Absacken der Fahrbahn verhindern.

Baunatal. Es sind Stahlträger mit einem Gewicht von über 100 Tonnen, die zwei Autobahnbrücken bei Rengershausen im Fall des plötzlichen Absackens der Fahrbahn abstützen sollen.

Die schweren Stahlteile hat eine Spezialfirma kürzlich unter die A49-Brücken über die Landesstraße Richtung VW-Werk sowie in Richtung Buchenloh nahe der Knallhütte gesetzt.

Befestigen die tonnenschweren Stahlträger auf extra Fundamenten: Bryan Medill (links) und Svetoslav Dobrev.

Ab April 2016 sollen die aus den 60er-Jahren stammenden Bauwerke durch neue ersetzt werden. Gesamtkosten laut Landesbehörde Hessen Mobil: 7,5 Millionen Euro. Die 50 Jahre alte Stahlbeton-Konstruktion neige dazu, plötzlich zu brechen, erläutert Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus. „Und zwar ohne Vorwarnung.“ Der sogenannte Sigma-Oval-Stahl sei in vielen Brücken aus dieser Zeit verbaut, sagt Sinemus. Beispielsweise auch an der benachbarten A44 in Höhe des VW-Werks. „Auch diese Brücke muss abgerissen und neu gebaut werden“, ergänzt Martin Herbst, Teamleiter Bau.

Kosten: 650.000 Euro

Zurück zur A49: Zunächst soll an beiden Brücken die Hälfte mit den Fahrbahnen Richtung Fritzlar abgerissen werden. Der Verkehr fließt dann komplett über die verbleibenden Brückenhälften - die heutige Fahrtrichtung Kassel. Deshalb, so Sinemus, sei diese Seite jetzt besonders verstärkt worden. Die Kosten für die zusätzlichen Stahlträger gibt die Behörde mit 650.000 Euro an.

Die anderen Hälften

Der Baubeginn für die anderen Brückenhälften soll dann im Frühjahr 2017 sein. Dann fließt der Verkehr über die bereits fertiggestellten Bauwerke.

Geplant werden die Brücken zunächst zweispurig für jede Richtung. Die Bauwerke werden laut Sinemus allerdings technisch so vorbereitet, dass ein späterer Ausbau auf drei Fahrstreifen möglich sei. Nach dem aktuellen Baurecht sei ein sechsspuriger Ausbau der Autobahn jetzt noch nicht vorgesehen. „Wir können also die Brücken auch nicht einfach breiter bauen.“

Für Autofahrer soll der Neubau der Brücken keine besonderen Behinderungen mit sich bringen. Es müsste allerdings für den Abriss der alten Brückenteile die Straße darunter kurzzeitig gesperrt werden. Sinemus: „Wir stimmen das aber intensiv mit der Stadt Baunatal und dem VW-Werk ab.“

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