Bürgermeisterwahl in Baunatal

Grüner Überzeugungstäter - Juri Stölzner geht für Bündnis 90/Die Grünen ins Rennen

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Will ins Rathaus – und danach nicht nur den Marktplatz davor grüner machen. Juri Stölzner, Bürgermeisterkandidat der Grünen in Baunatal.

Baunatal. Mit Überzeugung und Expertise will Juri Stölzner die Wähler in Baunatal von sich überzeugen. Ganz oben auf der Agenda steht bei dem Grünen-Kandidat die Causa Klimawandel. Uns hat er erzählt, was er in Baunatal verändern will. 

Als Juri Stölzner bei einer Tasse Cappuccino im italienischen Restaurant am Baunataler Marktplatz sitzt, wird eines klar: Der Grünen-Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Baunatal ist überzeugt von dem, was er sagt. Der 37-Jährige sucht die Offensive, beugt sich nach vorne, wenn er über seine politischen Ziele, den Klimawandel und das Heimatgefühl spricht, dass der Guntershäuser empfindet, wenn sich auf der A 7 vor ihm das Tal, mit Blick aufs Baunataler VW-Werk, oder das Kasseler Becken öffnet.

Diplom-Biologe Stölzner nennt sich selbst einen politischen Überzeugungstäter. Sein Slogan für die Bürgermeisterkandidat in Baunatal: „Frische Energie für Baunatal!“ Was das heißt? „Ich will neue Ideen verwirklichen und trotzdem an guten, alten Sachen festhalten.“ Was das konkret heißt? Stölzner will das Breitband ausbauen: „Wir brauchen überall schnelles Internet.“ Er will Baunatal ruhiger machen. „Vor allem Guntershausen wegen der Bahn und Rengershausen wegen der Autobahn sind vom Lärm betroffen.“ Stölzner will neue Treffpunkte in den Stadtteilen schaffen, dort auch die Demokratie stärken und wieder Ortsvorsteher einsetzen.

Um Wohnraum zu schaffen, will er mehr Geld in die Modernisierung und altersgerechte Sanierung von Bestandsgebäuden stecken und Baulücken schließen, statt Neubaugebiete zu erschließen. Und – na klar: Er will die Stadt grüner machen. „Man braucht Natur und Tiere für ein gutes Wohnklima.“ Vor allem auf dem Marktplatz vermisst Stölzner den grünen Wohlfühlfaktor. Sollte er am 28. Oktober in das direkt angrenzende Rathaus ziehen, würde sich das sicher bald ändern.

Doch Stölzner, der sich selbst volksnah als „Gummistiefel-Biologe“ bezeichnet, hat noch ein weiteres Eisen im Feuer. Er tritt am selben Tag auch im Wahlkreis Kassel-Land I für die Grünen bei der Landtagswahl an. Sollte er beide Wahlen gewinnen, müsste er sich für einen Posten entscheiden. Welcher das wäre? „Der des Bürgermeisters“, sagt Stölzner. „Wir müssen das Problem Klimawandel global betrachten, aber lokal angehen – und das kann ich als Bürgermeister besser.“

Chancen auf das Amt rechnet sich Stölzner, der sein Geld als selbstständiger Fledermauskundler verdient, allemal aus. Auch wenn ihm die starke Konkurrenz bewusst und er kein Berufspolitiker ist. Vielleicht gerade deshalb spricht er vielen Bürgern aus der Seele, wenn er über seine Motivation, in die Politik zu gehen, sagt: „Ich habe mich nicht mehr verstanden gefühlt, deshalb wollte ich selbst aktiv werden.“

Unabdingbar für gute Politik hält er Fachwissen. Das fehle ihm bei zu vielen Politikern. Neben seiner Überzeugung bringt Stölzner zweifelsfrei genügend Expertise auf seinem Gebiet mit.

Diese Kandidaten treten ebenfalls bei der Bürgermeisterwahl in Baunatal an: Silke Engler (SPD) und Sebastian Stüssel (CDU)

Zur Person: Juri Stölzner

Juri Stölzner (37) wurde in Kassel geboren und wuchs in Edermünde-Haldorf auf. Nach seinem Abitur an der König-Heinrich-Schule in Fritzlar leistete er Zivildienst im evangelischen Freizeitheim in Niedenstein. Anschließend verbrachte Stölzner ein Jahr in Australien, wo er vorwiegend in der Landwirtschaft arbeitete, bevor er ein Biologie-Studium an der Uni Kassel aufnahm. 

Heute arbeitet Stölzner selbstständig als Fledermauskundler und naturschutzfachlicher Gutachter. Er hat mit zwei weiteren Biologen eine GbR gegründet und weitere Arbeitsplätze geschaffen. Stölzner lebt mit seiner Lebensgefährtin in Guntershausen und hat keine Kinder.

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