In der Baunataler Stadthalle

Bundeswehr ist nicht nur Panzerfahren: Karrieremesse räumt mit Vorurteilen auf

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Vielseitige Ausbildung: Diana Kister von K+S erklärt der 18-jährigen Mira Wiegand ihre Möglichkeiten als Chemikantin.

Baunatal. Kampftruppen in tarnfarbenen Uniformen, riesige Panzer und scharfe Munition– dieses Bild taucht vermutlich in vielen Köpfen auf, wenn von der Bundeswehr die Rede ist.

Bei der Ausbildungs- und Karrieremesse, die am Donnerstag rund um die Stadthalle in Baunatal stattgefunden hat, wurde mit diesem Vorurteil aufgeräumt.

Die Karrierechancen bei der Bundeswehr sind laut Michael Lippert, Sprecher des Berufsförderungsdienstes (Bfd), vielfältig wie in keinem anderen Berufszweig. „Der Anteil der Soldaten ist vergleichsweise gering. Hier kann man auch Bürokaufmann, Sanitäter oder Personalberater werden. Und um den Wiedereinstieg in den zivilen Beruf nach dem Wehrdienst kümmern wir uns auch“, sagt Lippert.

An den rund 90 Messeständen können sich nicht nur Soldaten, sondern auch Schüler und Studenten über unterschiedliche Betriebe und deren Angebote informieren. Volkswagen, Rossmann, K+S und das Polizeipräsidium Nordhessen sind nur einige der Arbeitgeber, die gestern ihren Stand vorgestellt haben. „Es gibt immer mehr junge Menschen, die bei der Bundeswehr bleiben wollen, weil es ihnen so gut gefällt“, so Lippert. Jeder könne außerdem innerhalb des Wehrdienstes eine Ausbildung in einem zivilen Beruf absolvieren, um nach der Zeit bei der Bundeswehr einen Abschluss vorweisen zu können.

An der Säge: Zimmermeister Marco Seumer (von links), Christoph Kuschke, Tamara Braun, Moritz Otterbein .

Dafür hat sich auch Tamara Braun entschieden, die seit acht Monaten bei der Bundeswehr ist und zurzeit eine Pause macht, um sich zur Zimmerin ausbilden zu lassen. „Ich möchte nach meiner Zeit als Soldatin gerne etwas Handwerkliches machen“, sagt die 18-Jährige. Sie hat sich für neun Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet und schätzt den abwechslungsreichen Alltag und den Teamgeist in ihrer Truppe. „Der Unterschied zwischen Jungs und Mädels ist kaum spürbar. Wir laufen auch unsere zwölf Kilometer und tragen genauso schweres Gepäck wie die Männer“, sagt Tamara Braun. Auf die Vorteile im zivilen Leben freut sie sich trotzdem bereits jetzt: „Dann habe ich wieder mehr Freiheiten, was zum Beispiel Kleidung und Tätowierungen angeht.“

Selbstvertrauen und Motivation sind laut Michael Baumgarten, Karriereberater bei der Bundeswehr, die wichtigsten Eigenschaften eines Soldaten. Angst sei hingegen kein guter Begleiter. „Der erste Einsatz im Ausland ist wie die erste Autobahnfahrt. Da geht einem die Pumpe und man hat natürlich Angst“, sagt er. „Aber je öfter man es macht, desto mehr Routine kehrt ein.“ Statistisch gesehen sei die Gefahr, zu verunglücken, in anderen Berufen sogar höher. 

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