Viel Lob vom Land für nachhaltige Arbeit 

Cineplex in Baunatal und Bali in Kassel: Unsere Kinos in Hessen vorn

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Im Lichterglanz: Die Betreiber des Cineplex-Kinos in der Baunataler Innenstadt haben auf den Einbau energiesparender Beleuchtung und Kino-Technik geachtet. Dafür wurden sie jetzt auch mit dem Preis für nachhaltiges Kino ausgezeichnet.

Kassel/Baunatal. Was hat ein Kino mit Nachhaltigkeit zu tun? Diese Frage wirft bei vielen sicher zunächst eher weitere Fragen als Antworten auf.

Doch beim zweiten Hinsehen – etwa auf die Kino-Technik, die Heizung, die Müllentsorgung und darauf, mit welchen Verkehrsmittel die Besucher überhaupt zum Kino gelangen – wird klar: Kino hat viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Das Cineplex in Baunatal und das Cineplex Kassel mit Betreiber Wolfgang Schäfer und die Bali-Kinos in Kassel mit Betreiber Frank Thöner wurden jetzt anlässlich der Verleihung des Hessischen Preises für nachhaltiges Kino für ihre Anstrengungen besonders gewürdigt.

Hier finden Sie Fotos vom Cineplex in Baunatal

Geht es etwa um Fragen des Umweltschutzes und um einen inhaltlichen Schwerpunkt zu sozialen und ökologischen Themen – dann sind die nordhessischen Kino-Betreiber ganz vorne dabei. „Kassel ist ein kultureller Fokus“, sagt Walter Spruck vom Institut für Nachhaltigkeit und Tourismus, das den Preis im Auftrag des Landes im zweiten Jahr vergeben hat. „Die engagierten Betreiber sind nicht nur Kino-Menschen, sondern Kultur-Menschen.“

Wolfgang Schäfer konnte bei der unabhängigen Jury mit der umweltfreundlichen Technik seines gerade erst in Baunatal eröffneten Cineplex punkten. „Wir haben das Haus hier energetisch geplant“, sagt er. Beispiel: Die kühle Luft von der Bauna auf der Nordseite des Gebäudes werde für die Kühlung der Kinosäle angesaugt. Jeder Besucher heize die Räume mit rund 35 Kilowatt auf. „Kinos muss man deshalb kühlen.“

Das Licht und die Lüftungsanlage schalten sich automatisch erst 30 Minuten vor dem Einlass der Besucher ein, erläutert Schäfer. „Das ist genau auf jede Vorstellung bezogen.“

Ganz anders liegen die Schwerpunkte bei Frank Thöner, der in Kassel die Programmkinos Bali, Filmladen und Gloria bespielt. Seine Säle liegen allesamt in angemieteten älteren Gebäuden, da ist der Einsatz energieeffizienter Technik schwieriger. „Aber auch wir machen technisch, was geht“, sagt er.

Thöner setzt besondere Schwerpunkte bei seinem Filmangebot. Schon seit der Gründung des Filmladens vor 36 Jahren habe man eine Art Gegenöffentlichkeit entwickelt, erläutert er. Filme über die Hausbesetzungen damals, die Startbahn West oder den industriell gesteuerten Weizenanbau in den USA wurden gezeigt.

Das hat sich laut Thöner bis heute fortgesetzt. In den Dokumentarfilm „Power to Change“, in dem es um die aktuellen Fragen der Energiepolitik geht, kamen jüngst erst 2000 Schüler aus der Region. „Wir bieten die Kombination aus Film und Diskussion“, sagt er.

Viele kleine Bausteine nenen Schäfer und Thöner. Blutspendeaktion in den Cineplex-Kinos beispielsweise und das Verwerten alter Kinobanner. Diese würden von Beschäftigten der Baunataler Diakonie Kassel zu Taschen verarbeitet, erläutern die Betreiber mit den Designerinnen von Soki in Kassel arbeitet Frank Thöner zusammen. „Die verarbeiten die Banner in ihrer Mode mit.“ 

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