Unterbringung von Hortkindern der Brüder-Grimm-Schule

Container-Streit in Baunatal geht in die nächste Runde

Dorn im Auge: Nach wie vor lehnen Eltern und die Baunataler Grünen das 800 Meter von der Brüder-Grimm-Grundschule entfernte evangelische Gemeindehaus als Unterbringungsmöglichkeit für die Hortkinder ab. Foto: privat / nh

Baunatal. Container-Lösung auf dem Schulhof gegen Renovierung des evangelischen Gemeindehauses - der Streit um die Unterbringung von Hortkindern der Brüder-Grimm-Schule in Rengershausen geht in die nächste Runde.

Und das, obwohl das Stadtparlament bekanntlich längst eine Entscheidung zugunsten des Gemeindehauses gefällt hat.

Während die Stadt Baunatal nun um Transparenz bemüht ist, werfen die Grünen Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) nach wie vor Kostenmanipulation sowie falsche und überhöhte Berechnungen vor.

Eltern wollen Container 

Die von Eltern und Grünen favorisierte Container-Lösung sei im Parlament so teuer gerechnet worden, dass bei der Abstimmung nur noch die Renovierung des Gemeindehauses als Unterbringungsmöglichkeit infrage gekommen sei, lautet die zentrale Kritik der Grünen. 209.000 Euro Mietkosten für Container in fünf Jahren seien viel zu hoch gegriffen. „Uns liegen Angebote vor, nach denen für einen 60 Quadratmeter großen Container-Klassenraum nur 33.550 Euro Mietkosten in fünf Jahren anfallen“, sagt Edmund Borschel, Fraktionschef der Grünen.

„Uns geht es nicht nur um einen Klassenraum“, sagt die Erste Stadträtin Silke Engler. Um Hortkinder vernünftig unterzubringen, sei ein gewisser Standard notwendig. Das heißt: Ein Aufenthaltsraum, eine Teeküche, sanitäre Anlagen sowie Flur und Garderobe sollten mindestens da sein. „Das sind zehn Container, die zudem Gründungskosten in Höhe von 90.000 Euro verursachen - Fundament, Wasser- und Stromanschluss, Transport, Aufbau, Betrieb.“ Insgesamt würden so die von der Stadt abgeschätzten Kosten keineswegs den Rahmen sprengen.

Kritik üben die Grünen auch an der Standortwahl. Würden die Container auf den Parkplatz der Schule statt auf den Hof gestellt, entfielen zumindest die Gründungsarbeiten“, sagt Borschel. „Aber wo sollen dann wieder die Autos hin?“, entgegnet Engler. Abgesehen davon sei es die Schule selbst gewesen, die den Schulhof als Standort vorgeschlagen habe. Aber ohnehin komme der Hof wegen nicht einhaltbarer Brandschutz- und Grenzabstandsbestimmungen nicht infrage.

Falsch sei zudem die Behauptung der Grünen, die Instandsetzungskosten für das seit zwei Jahren leer stehende Gemeindehaus seien von der Stadt zu niedrig angesetzt worden. „Wir wollen das Gemeindehaus nicht renovieren, wir wollen es nutzbar machen“, sagt Engler. Insofern sei der Ansatz der Stadt für Instandsetzung und Brandschutz in Höhe von jeweils 15.000 Euro durchaus realistisch. „Diese Kosten sind in Abstimmung mit dem Landkreis von einem Fachbüro ermittelt worden“, sagt Engler.

Für die Grünen, so sagt Borschel, sei das alles „nicht nachvollziehbar“. Sie fordern nun Einsicht in die Kostenberechnungen der Stadt Baunatal.

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